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Demographischer Wandel im ländlichen Raum : Anpassungsdruck und Anpassungsstrategien regional orientierter Unternehmen

Demographic change in the rural region : adaptive pressure and adaptive strategies of regionally oriented firms
[Zeitschriftenartikel]

Leick, Birgit; Ströhl, Alexander

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-360103

Weitere Angaben:
Abstract Der demographische Wandel wird als Entwicklungsprozess für die regionale Wirtschaft in ländlichen Räumen Deutschlands zukünftig signifikante strukturelle Verwerfungen mit sich bringen. Bei sinkender und zugleich alternder Bevölkerung ist ein deutlicher Rückgang der privaten Nachfrage in vielen Wirtschaftssektoren zu erwarten. Regional orientierte Unternehmen am ländlichen Standort sind Wirtschaftsakteure, die von demographischen Veränderungen in der Region in besonderem Maße betroffen sind. Für sie stellt sich die Frage nach möglichen Anpassungsstrategien, um langfristig bei einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung am ländlichen Standort überlebensfähig zu bleiben. Auf der Grundlage eines von Porter und Harrigan in den 1980er Jahren entwickelten Modells der Wettbewerbsstrategien für schrumpfende Märkte leiten wir für das Fallbeispiel Oberfranken in einer explorativen Fallstudie unterschiedliche Kategorien betrieblicher strategischer Anpassungsreaktionen, sog. Anpassungsstrategien, für regionale Absatzmärkte ab. Die vorliegende Studie identifiziert eine große Bandbreite innovativer Strategien in diesem Bereich, die die Unternehmen in der Fallregion überwiegend zur Marktbehauptung am schrumpfenden Standort entwickeln und die ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig unterstützen können. Das Problembewusstsein und ein davon abgeleiteter Anpassungsdruck im Bereich der Absatzmärkte und die Art der Strategiebildung sind jedoch stark branchenabhängig. Ein Anpassungsdruck über die regionalen Absatzmärkte bildet nur für wenige Unternehmen aus bestimmten Branchen einen Auslöser für eine proaktive Strategiebildung in Anpassung an mittel- und langfristig absehbare Markt- und Nachfrageveränderungen durch die demographische Entwicklung. Zu einem eher kurzfristig-reaktiven Verhalten tragen verschiedene Faktoren bei, u.a. Ressourcendefizite aufgrund der ausgeprägten KMU-Struktur in der Fallregion, eine unzureichende Sensibilisierung für die sich abzeichnenden Chancen bzw. Herausforderungen auf den regionalen Absatzmärkten und Defizite in der wirtschaftspolitischen Unterstützung. Aus der Fallstudie wird deutlich, dass der langfristige Zeithorizont prognostizierter demographischer Marktveränderungen und der prozesshafte Charakter dieser Einflüsse besonders die adaptive Strategiebildung von KMU hemmen, die allgemein eine eher kurz- und mittelfristig orientierte Unternehmensplanung (wenn überhaupt) aufweisen.

According to the official population forecasts, demographic change will pose complex challenges on the rural regions of Germany. It is expected that they will face shrinking and ageing of their populations, leading most probably to decreases and structural changes in local demand in many industries within regional economies. Regionally oriented firms are key economic actors in such areas that will, without doubt, undergo significant changes in their business models and regional market activities. To sustain competitive advantage in the long run under these new constellations, such firms will have to seek for adaptive strategies to cope with the changes ahead. Based on a model developed by Porter and Harrigan that stems from strategic management research of the 1980s, we present an exploratory study of the potential competitive strategies applied for shrinking regional markets. Using the NUTS-2 region of Upper Frankonia (Bavaria, Germany) as case region, we derive different types of strategies for coping with marketrelated changes. Our empirical fieldwork identifies a broad range of innovative strategies that firms from the case region mainly use to sustain market leadership in shrinking regional contexts and that support their competitive advantage at their home location. However, perceptions of demographic change and adaptive pressures vary across industries. Only a few firms and industries (such as materially location-dependent sectors) perceive the need to proactively formulate and implement adaptive strategies for regional market areas, which aim at coping with market-related changes forecast for the future. Most firms operate in a rather reactive way, which can be explained with their smallness and lack of resources needed for proactive, strategic behaviour. Nevertheless, there is evidence of an overall insufficient awareness of firm-level chances and risks associated with demographic change. In addition, regional policies and institutions have not yet found adequate responses to support particularly regional and small firms in their endeavours to address these market-related demographic challenges. Thus, the paper ends up presenting some evident policy recommendations which refer to structural characteristics of the firms and specific effects associated with the phenomenon of demographic decline.
Thesaurusschlagwörter population development; demographical structure; population decrease; rural area; firm; adaptation; regional development; competitiveness; management planning; underdeveloped region; Bavaria; Federal Republic of Germany
Klassifikation Raumplanung und Regionalforschung
Freie Schlagwörter demographischer Wandel; Schrumpfungsregionen; betriebliche Anpassungsstrategien; Marktbehauptung; Rückzug
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2013
Seitenangabe S. 41-55
Zeitschriftentitel Europa Regional, 19.2011 (2013) 1
ISSN 0943-7142
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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