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Russia-EU: competing logics of region building

Russland-EU: konkurrierende Ansätze von Regionenbildung
[Arbeitspapier]

Makarychev, Andrey

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-350113

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V.
Abstract "In this paper I will argue that Russia and the European Union have different visions of their roles and instruments in their common neighborhood. Russia treats most ex-Soviet states as “naturally” belonging to the zone of its vital interests, hence the “near abroad” concept and the concomitant reluctance to admit any role for Western institutions in the region. The EU in turn relies mostly on its “soft power” resources, including norm projection, in order to foster domestic transformation in the neighboring countries and make them more compatible with the European understanding of partnership. Yet despite these obvious differences, there are similarities between Russia and the EU as well. Each tries to distance itself from the other party through a variety of means. Russia wishes to install its political and security monopoly in the “near abroad” by claiming that regional problems have to be resolved on the regional level, i. e. without involvement from the outside. The EU however increasingly prefers to focus on “regions-in-the-making” where Russia is viewed as an external power rather than as a constitutive member of regional structures (such as the South Caucasus region and Central Asia). As a result of this mutual “othering” (i. e. ascribing characteristics of difference), both Russia and the EU develop their own policy instruments and strategies for the common neighborhood instead of engaging neighboring countries in full-fledged cooperation. Both Russian and EU policies lack elements of inter-subjective interaction with their neighbors, which makes the Eastern Partnership more of an EU policy tool rather than a common forum of co-partnership with Eastern European and Caucasian countries. In a similar vein, the Customs Union project is more of a reflection of Russia’s great power ambitions in the post-Soviet area than a common approach jointly coordinated by all participating countries. This is one explanation for the preponderance of bilateral relations that both Moscow and Brussels develop with individual countries over more institutionalized forms of multilateral cooperation. Another possible explanation is the continuous process of disaggregation and fragmentation within this vast zone of the common neighborhood, which makes all attempts to propose broad institutional frameworks (like CIS institutions or the Eastern Partnership) dysfunctional. Yet Russia and the EU will eventually have to find not only a more cooperative modus operandi in managing the projects of common interest in their shared neighborhood, but also to systematically engage its neighbors in multilateral projects. Arguably, the best pathway to achieve these goals is through region building aimed at strengthening regional institutional clusters. This process is dependent on a number of factors, among which regional identities plays the crucial role. In this paper I will dwell upon four regions-in-the-making located at the intersection of EU-Russia spheres of interests: Nordic Europe, the Baltic Sea, the Black Sea, and the Caspian Sea regions." [author's abstract]

"In dieser Analyse wird argumentiert, dass Russland und die Europäische Union (EU) unterschiedliche Sichtweisen ihrer Rollen und Instrumente in ihrer gemeinsamen Nachbarschaft haben. Russland behandelt die meisten postsowjetischen Staaten so, als ob sie »von Natur aus« in seine Einflusszone gehörten, woraus das Konzept des »Nahen Auslands« und die dazu gehörende Abneigung entstanden ist, westlichen Institutionen irgend eine Rolle in dieser Region zuzugestehen. Die EU wiederum verlässt sich vor allem auf ihre »Soft Power«, wozu auch die Projektion ihres Regelwerks gehört, um in benachbarten Ländern innenpolitische Umgestaltungen zu fördern und sie damit vereinbarer mit dem europäischen Verständnis von Partnerschaft zu machen. Doch trotz dieser offensichtlichen Unterschiede gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen Russland und der EU. Jeder der beiden versucht, sich vom jeweils anderen mittels verschiedener Instrumente zu distanzieren. Russland möchte sein Politik- und Sicherheitsmonopol im »Nahen Ausland« mit der Behauptung durchsetzen, dass regionale Probleme auf der regionalen Ebene gelöst werden müssen, d. h. ohne Einmischung von außen. Die EU dagegen legt zunehmend eher den Schwerpunkt auf »sich bildende Regionen«, innerhalb derer Russland eher als eine auswärtige Macht denn als ein konstitutives Mitglied regionaler Strukturen (wie etwa der südliche Kaukasus und Zentralasien) gesehen wird. Als Ergebnis dieses gegenseitigen »Differenzierens« (also der Zuschreibung von Unterschieden) entwickeln sowohl Russland als auch die EU ihre eigenen Politikinstrumente und Strategien für die gemeinsame Nachbarschaft, anstatt die Nachbarländer in eine voll ausgebaute Zusammenarbeit einzubeziehen. Sowohl Russland wie der EU fehlt es an Elementen intersubjektiver Zusammenarbeit mit ihren Nachbarn, was die Östliche Partnerschaft (ÖP) mehr zu einem Politikinstrument der EU macht statt zu einem gemeinsamen Forum der Teilpartnerschaft mit osteuropäischen und kaukasischen Ländern. Ganz ähnlich ist das Projekt der Zollunion eher eine Reflektion der Großmachtambitionen Russlands für das postsowjetische Gebiet anstatt eines gemeinsamen Vorgehens, im Einverständnis mit allen teilnehmenden Ländern koordiniert. Das ist eine Erklärung für das Vorherrschen von bilateralen Beziehungen, die sowohl Moskau wie Brüssel gegenüber einzelnen Ländern entwickeln anstatt mehr institutionalisierter Formen multilateraler Zusammenarbeit. Eine weitere mögliche Erklärung ist der anhaltende Prozess der Zersetzung und Fragmentierung innerhalb dieser riesigen Zone der gemeinsamen Nachbarschaft, der alle Versuche, breit angelegte institutionelle Rahmen (wie die GUS-Institutionen oder die Östliche Partnerschaft) vorzuschlagen, dysfunktional macht. Doch werden Russland und die EU letzten Endes nicht nur einen kooperativeren Modus operandi bei der Bewältigung der Projekte gemeinsamen Interesses in ihrer geteilten Nachbarschaft zu entwickeln haben, sondern auch ihre Nachbarn in multilaterale Projekte einbeziehen müssen. Sicherlich ist der beste Weg zur Erreichung dieser Ziele der Aufbau von Regionen, gerichtet auf die Stärkung von Gruppierungen von regionalen Institutionen. Dieser Prozess hängt von einer Reihe von Faktoren ab, worunter regionale Identitäten die entscheidende Rolle spielen. In diesem Aufsatz werde ich mich mit vier entstehenden Regionen beschäftigen, die an den Schnittlinien zwischen den Interessensphären der EU und Russlands liegen: Nordeuropa, die Ostsee-, Schwarzmeer- und die Region des Kaspischen Meeres." [Autorenreferat]
Thesaurusschlagwörter EU; EU policy; Russia; political interest; Baltic region; neughborhood policy; political instrument; political strategy; bilateral relations; regionalism
Klassifikation internationale Beziehungen, Entwicklungspolitik; Europapolitik
Methode Dokumentation
Sprache Dokument Englisch
Publikationsjahr 2012
Erscheinungsort Berlin
Seitenangabe 22 S.
Schriftenreihe DGAP-Analyse, 1
ISSN 1611-7034
Status Veröffentlichungsversion
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
Datenlieferant Dieser Metadatensatz wurde vom Sondersammelgebiet Sozialwissenschaften (USB Köln) erstellt.
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