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Partizipation und Stakeholder-Beteiligung in der Pilotregion Mostviertel: WP3 Synthesebericht

[Forschungsbericht]

Scherhaufer, Patrick; Kirchner, Mathias; Lexer, Manfred J.; Lexer, Wolfgang; Mitter, Hermine; Rammer, Werner

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-348169

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Universität für Bodenkultur (BOKU)
Abstract Aufgabe eines Partizipativen Regional Integrierten Vulnerabilitätsassessments (PRIVAS) ist es, in Zusammenarbeit mit Stakeholdern die integrative Wissensproduktion bei einem komplexen Mensch-Umwelt-Problem wie dem Klimawandel zu optimieren. Dieses Ziel stellt jedes Projekt vor konzeptive, methodische, prozessuale und forschungspraktische Herausforderungen, denen sich RIVAS in der Testregion gestellt hat. Auf Basis der Analyse und Erfahrungen aus 14 nationalen und internationalen Vulnerabilitätsassessments und der einschlägigen wissenschaftlichen Literatur wurde ein experimentelles Ablaufdesign für ein PRIVAS erstellt, welches im Mostviertel in einer Laufzeit von über einem Jahr umgesetzt wurde. Den Kern der Stakeholderinteraktionen bildete eine Referenzgruppe, die sich aus Akteuren der Demosektoren Land-, Wasser- und Forstwirtschaft, dem Regionalmanagement und des Projektteams zusammensetzte. Die Referenzgruppe war zentraler Kommunikationsort, wo eine Dialog- und Konsensorientierung vorherrschte. Die partizipativen Anknüpfungspunkte der Personen aus der Referenzgruppe im Vulnerabilitätsassessment waren unterschiedlich ausgeformt und gewichtet, da in RIVAS einige innovative und konzeptive Überlegungen getestet werden sollten. Der Schwerpunkt dabei wurde auf die partizipative Problemformulierung und Eingrenzung der Untersuchungsfragen (Phase „zu Beginn“ eines Assessments) sowie auf die Methodenanwendung und Analyse (Phase „während“ eines Assessments) gelegt. Eines der zentralen Ergebnisse von RIVAS ist, dass nicht nur das Produkt und die Ergebnisse einer Vulnerabilitätsbewertung Wissen und Verständnis schaffen, sondern dass zumindest gleichberechtigt auch der strukturierte Prozess für die Verbreitung, Aufnahme und den Transfer von Informationen und Wissen verantwortlich ist. Der Prozesscharakter solcher Interaktionen optimiert nicht nur die Qualität und Nutzbarkeit der Projektergebnisse, sondern unterstützt auch ein soziales Lernen und begünstigt langfristige Wirkungen, die weit über die Projektlaufzeit hinausreichen. Neben den bereits in der Literatur vielfach beschrieben organisatorischen Rahmenbedingungen (Transparenz, Regelmäßigkeit, Langfristigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Interaktionsregeln und -techniken, Zeitpläne, etc.) ist vor allem der Grad der Partizipation ein entscheidendes Kriterium, welches für den Erfolg oder Misserfolg eines PRIVAS verantwortlich ist. In welchen Bereichen des Vulnerabilitätsassessments eine Mitbestimmung von Stakeholdern auf der Ebene der Information, Konsultation oder Mitbestimmung stattfinden soll, muss nicht nur frühzeitig und entlang der Bedürfnisse der Stakeholder und WissenschafterInnen abgestimmt werden, sondern sollte insbesondere immer einer zielgerichteten Entscheidung unterliegen, die auf den Zweck der Partizipation fokussiert. Ein weiteres Attribut für das Gelingen eines PRIVAS ist eine regel- und gleichmäßige Partizipation der Stakeholder. Das Projekt zeigt auf, dass die Institutionalisierung der Beteiligung vor allem durch die Bildung der Referenzgruppe gewährleistet werden konnte. Darüber hinaus hat die Einbindung eines regionalen Prozessträgers – des Regionalmanagements Mostviertel – entscheidend zur Beteiligungsmotivation beigetragen. Die Partizipation an einem Prozess und nicht nur die punktuellen Beteiligung an einem Projekt stand damit im Vordergrund. Schlussendlich müssen sich alle Partizipationsverfahren in einem PRIVAS dahingehend rechtfertigen, ob der notwendige Aufwand an Kosten und Zeit in einem angemessenen Verhältnis zu den Ergebnissen steht, und ob die im Projekt angestrebten Ziele auch erreicht wurden. Beides kann mit Hilfe der nach Abschluss des regionalen Projektteils durchgeführten Evaluation der Stakeholderbeteiligung für RIVAS positiv bestätigt werden.
Thesaurusschlagwörter vulnerability; climate change; impact; participation; stakeholder; knowledge production; knowledge transfer; decision making; regional factors; Austria
Klassifikation Ökologie und Umwelt; spezielle Ressortpolitik
Freie Schlagwörter Vulnerabilitätsassessments; Integriertes Assessment; Wissensintegration
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2012
Erscheinungsort Wien
Seitenangabe 49 S.
Status Erstveröffentlichung; begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht-kommerz., Weitergabe unter gleichen Bedingungen
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