Weiterempfehlen

Bookmark and Share


Von der Ignoranz zur Organisierung? : gewerkschaftliche Strategien im Umgang mit atypisch Beschäftigten am Beispiel von Callcentern und Leiharbeit

From ignorance to organizing? : trade union strategies for atypical workers in call centres and temporary agency work
[Zeitschriftenartikel]

Aust, Andreas; Holst, Hajo

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-343004

Weitere Angaben:
Abstract "Angesichts der aktuellen Krise der deutschen Gewerkschaften ist die Organisierung von atypisch Beschäftigten schon in den 1990er Jahren auf die gewerkschaftliche Agenda gesetzt worden. Was aber tun Gewerkschaften neben rhetorischen Lippenbekenntnissen, um atypisch Beschäftigte als Mitglieder zu gewinnen und deren Arbeits- und Entgeltbedingungen zu verbessern? Welche Strategien verfolgen die Gewerkschaften? Der Artikel geht diesen Fragen am Beispiel von Callcentern und Leiharbeit nach. Dabei wird gezeigt, dass sich in beiden Fällen analoge Verlaufsmuster aufzeigen lassen: Auf eine anfängliche Phase der Ignoranz folgte erst eine Phase der Entdeckung, als die geringeren Standards in der Leiharbeit und in den externen Callcentern auf die Durchsetzungsfähigkeit der gewerkschaftlichen Kernstrategien zurückwirkten. Allerdings scheiterten in beiden Bereichen die etablierten branchen- und betriebsratsorientierten Strategien der deutschen Gewerkschaften, da es ihnen nicht gelang, eine ausreichende Mitgliederbasis zu organisieren. Dieser Misserfolg erklärt, dass in beiden Fällen auf die Phase der Entdeckung eine Phase der Ernüchterung folgte. Die Organisation dieser spezifischen Klientel scheint angesichts ihrer tiefen Krise von den Gewerkschaften nicht mehr als prioritäre Aufgabe wahrgenommen zu werden." (Autorenreferat)

"As a reaction to the deep crisis of German trade unions, observers as well as union leaders have agreed in the 1990s that organizing atypical workers is a matter of outstanding importance for the future of unions. However, what do unions actually do besides paying lip service to organize atypical workers and to improve their work and pay conditions? Which strategies do German unions pursue? The article addresses these questions by analyzing union strategies towards call centre and temporary-employment agency workers. The article shows that in both cases a similar historical pattern can be detected. The initial period of ignorance was overcome by a period of discovery when the lower standards of atypical workers in call centres and agency-work impaired the unions' capacity to pursue their core strategies successfully. However, in both areas the established sector-oriented and works council oriented strategies of German unions failed in terms of their recruitment effect. Following the period of discovery is a period of resignation. Instead of revising their strategies, the unions no longer consider the organization of atypical workers to be a priority." (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter Federal Republic of Germany; trade union; trade union work; call center; temporary work; temporary worker; working conditions; wage level; employee; trade union policy; HBV; DPG; ver.di; collective agreement; collective bargaining; wage scale policy; membership; IG Metall
Klassifikation Industrie- und Betriebssoziologie, Arbeitssoziologie, industrielle Beziehungen; Organisationssoziologie, Militärsoziologie; Einkommenspolitik, Lohnpolitik, Tarifpolitik, Vermögenspolitik
Methode anwendungsorientiert; deskriptive Studie
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2006
Seitenangabe S. 291-313
Zeitschriftentitel Industrielle Beziehungen : Zeitschrift für Arbeit, Organisation und Management, 13 (2006) 4
ISSN 0943-2779
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet (peer reviewed)
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
top