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Die Analyse prozess-produzierter Daten am Beispiel des Kaderdatenspeichers des Ministerrates der DDR

Analysis of process-produced data, using the Central Cadre Database of the Council of Ministers of the GDR as an example
[Zeitschriftenartikel]

Best, Heinrich; Hornbostel, Stefan

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-33852

Weitere Angaben:
Abstract Mit der Einführung der elektronischen Datenverarbeitung in den Verwaltungsapparaten der DDR Anfang der 70er Jahre nahm dieses System der sozialen Buchführung Orwellsche Züge an: So waren im Datenspeicher 'Gesellschaftliches Arbeitsvermögen der DDR' (GAV) die Arbeits- und Berufswege von etwa 7,25 Millionen Erwerbstätigen in der DDR erfasst (Stichtagsbestand 21.12.1989), im Zentralen Einwohnerregister (ZER) die gesamte Wohnbevölkerung der DDR, mit über 200 Einzelangaben in 45 Dateifeldern, die ausführliche Auskünfte u.a. über Vorstrafen, Ausreisebegehren und Auslandsverbindungen enthielten (vermutlich 1992 gelöscht). Besonders tief in den Arkanbereich der DDR reichen jene beiden Datenbestände, die zwei sehr unterschiedliche 'Marginalgruppen' der DDR-Gesellschaft erfassen: die 'Strafgefangenen- und Verhaftetendatei' und die Kaderdatenspeicher des Ministerrats der DDR. An der letzteren Datei wird exemplarisch gezeigt, welche Chancen, aber auch welche Probleme eine Verwendung prozessproduzierter Daten für eine retrospektive Soziologie des 'realen Sozialismus' enthält. Die Tatsache, dass der Kaderdatenspeicher sowohl für Personalentscheidungen genutzt wurde als auch für strukturelle Analysen erweist sich dabei als sehr vorteilhaft, da der Speicher als Arbeitsmittel vermutlich keinen gezielten Manipulationen unterlag und aufgrund der intendierten Nutzung einen sehr breiten Merkmalskatalog enthält, der ein historisch, sektoral, positional und sozialstrukturell sehr differenziertes Bild der Kader in der DDR möglich macht. (ICA2)

'This contribution explores problems and prospects concerning the use of process-produced data for an analysis of state-socialist regimes. It argues that the huge legacy of machine-readable records accumulated by state and party bureaucracies during the 1970s and 1980s is a principal source for sociological inquiry into state socialist societies and polities. The 'Central Cadre Database' (Zentraler Kaderdatenspeicher - ZKDS) of the German Democratic Republic's Council of Ministers serves as an example to demonstrate the scope of these data bases in revealing hitherto unknown and/ or secret facts about the inner workings of the nomenclatura system. The paper also outlines the contextual knowledge necessary for assessing the validity and the reliability of these data, and for the appropriate interpretation of analysis results. In particular, problems of shifting validity, under-enumeration, and over-reporting are addressed. Results show that the quality and completeness of ZKDS-data varies according to the hierarchical level of the cadres recorded in the data base, the foci of awareness of power holders, and the intensity of use made of the data.' (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter data bank; data documentation; German Democratic Republic (GDR); elite; domination; cadre; career; ministerial administration; personnel policy; process-produced data; socialist state; administration
Klassifikation Erhebungstechniken und Analysetechniken der Sozialwissenschaften; Staat, staatliche Organisationsformen; Verwaltungswissenschaft
Methode deskriptive Studie; historisch
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2003
Seitenangabe S. 108-127
Zeitschriftentitel Historical Social Research, 28 (2003) 1/2
ISSN 0172-6404
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet (peer reviewed)
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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