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Gegenelite oder verdiente Kämpfer für den Sozialismus?

Counter-elite or commendable fighters for socialism?
[Zeitschriftenartikel]

Hornbostel, Stefan

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-33836

Weitere Angaben:
Abstract Der Beitrag analysiert die sozialstrukturelle Formierung und politische Mobilisierung systemischer Gegeneliten in der ehemaligen DDR. Die bisherigen Forschungen nach dem Vereinigungsprozesses haben vergeblich nach einer Gegenelite Ausschau gehalten, obwohl gerade westliche Beobachter seit der Untersuchung der Parteielite durch Ludz (1968) für die Wahrnehmung einer 'institutionalisierten Gegenelite' sensibilisiert waren. Erwartet wurde, ganz in der Tradition Vilfredo Paretos, dass die Macht der 'Löwen' in eine Phase der Dekadenz übergehen würde, in der die 'Füchse', unterstützt von einer strukturellen Modernisierungsbewegung, an Einfluss gewinnen, bis sie schließlich die Machtpositionen selbst okkupieren. Die vorliegende Studie versucht einen Zugang mit Hilfe des Bourdieuschen Konzepts des sozialen Raums. Der Begriff 'sozialer Raum' bezieht sich auf die relativen Statuspositionen der einzelnen Akteure. Auch wenn diese Positionen empirisch schwer nachzuweisen sind, geht Bourdieu von einer wirksamen sozialen Realität aus, analog zum geographischen Raum. Veränderungen der Position im sozialen Raum der Relationen sind grundsätzlich nur durch Investition von Arbeit und Zeit möglich, wobei den Akteuren unterschiedliche Ressourcen (Kapitalsorten) zur Verfügung stehen. Der soziale Raum selbst ist nicht nur in vertikaler Richtung, sondern auch horizontal in unterschiedliche, relativ autonome Felder wie Ökonomie, Kunst, Politik etc differenziert. Die Studie zeigt Folgendes: Die vermeintliche Gegenelite war eine 'Elite im Wartestand', und dazu eine in das System soweit integrierte Elite, dass sie sich flexibel an die jeweiligen Kontextbedingungen anpassen konnte. Das gilt auch noch für die Zeit des Übergangs in die Demokratie. (ICA)

'This article begins by considering the theories of modernization and differentiation as possible modes of analysing the societal development of the GDR. Of particular interest is the question to what extent the rise in the level of education led to the emergence of a new 'counter-elite'. One might expect the counter-elite to harbour a more critical attitude towards the regime, and therefore, this article attempts to discover to what extent the counter-elite were integrated into the political system and how loyal they were to regime. In addition, by applying Bourdieu's concept of symbolic capital, the article investigates the significance of the honorary decorations which the GDR regularly bestowed on its citizens. The findings show that the amount of symbolic capital varies considerably depending on professional position and occupational field. Symbolic capital in the form of a high education, however, seems to have led to political integration rather than democratic opposition.' (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter German Democratic Republic (GDR); elite; cadre; opportunism; opposition; political culture; recruitment; social inequality; socialist state; social structure; resistance; turn of events
Klassifikation Soziologie von Gesamtgesellschaften; politische Willensbildung, politische Soziologie, politische Kultur; Sozialgeschichte, historische Sozialforschung
Methode empirisch; empirisch-quantitativ; historisch
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2003
Seitenangabe S. 161-186
Zeitschriftentitel Historical Social Research, 28 (2003) 1/2
ISSN 0172-6404
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet (peer reviewed)
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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