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Infant mortality in Germany in the 19th century

Säuglingssterblichkeit in Deutschland im 19. Jahrhundert
[Zeitschriftenartikel]

Gehrmann, Rolf

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(externe Quelle)

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bib-cpos-2011-22en0

Weitere Angaben:
Abstract Developments in infant mortality in Germany have previously only been documented in a fragmentary fashion for the 19th century as a whole, and only on a small scale for the period prior to 1871. For the first time, this paper lays a solid statistical foundation by reprocessing the figures assembled by the German states of that time. The reconstructed national statistical series (from 1826 onwards) reveals a comparatively high infant mortality, with minor deviations until the turn of the 20th century. The impact of urbanisation and industrialisation is not denied, but an evaluation of the different regional patterns and trends leads to a new weighting. The living and working conditions in the countryside were thus highly determining. The relationship between fertility and infant mortality is assessed differently for the era of the sustained reduction in fertility than for the preceding period. All in all, the prevalent customs and attitudes are regarded as being vital to infants’ survival chances. We therefore need to look at attitudes among the educated public and the authorities. Efforts on the part of these groups to bring about change were particularly observed in the South West, where an awareness of the dramatic problem arose comparatively early. Further historic research at the regional level will be needed in order to achieve a final evaluation of these processes.

Die Entwicklung der Säuglingssterblichkeit in Deutschland ist bisher für das 19. Jahrhundert insgesamt nur mangelhaft und für den Zeitraum vor 1871 lediglich kleinräumig dokumentiert. Mit der Aufbereitung der von den Behörden der damaligen deutschen Staaten zusammengestellten Zahlen wird hier zunächst eine neue statistische Grundlage geschaffen. Die rekonstruierte nationale Zahlenreihe (ab 1826) belegt eine vergleichsweise hohe Säuglingssterblichkeit mit geringen Fortschritten bis zur Wende des 20. Jahrhunderts. Der Einfluss der Faktoren Urbanisierung und Industrialisierung wird nicht bestritten, die Auswertung der unterschiedlichen regionalen Muster und Entwicklungstrends führt aber zu einer neuen Gewichtung. Demnach waren die Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf dem Lande von erheblicher Bedeutung. Die Logik des Zusammenhangs von Fertilität und Säuglingssterblichkeit wird für die Epoche des nachhaltigen Fertilitätsrückgangs anders eingeschätzt als für die vorausgehende. Insgesamt werden die vorherrschenden Gewohnheiten und Einstellungen als ausschlaggebend für die Überlebenschancen von Kleinkindern angesehen. Deshalb wird der Blick auf die aufgeklärte Öffentlichkeit und auf die Behörden gelenkt. Bemühungen dieser Kreise um einen Wandel waren insbesondere im Südwesten zu verzeichnen, wo angesichts der teilweise dramatischen Verhältnisse relativ früh ein Problembewusstsein entstand. Zu einer abschließenden Bewertung dieser Vorgänge bedarf es weiterer historischer Forschungen auf regionaler Ebene.
Thesaurusschlagwörter baby; mortality; Germany; nineteenth century; fertility; birth trend; social factors; urbanization; demography; population statistics
Klassifikation Bevölkerung
Methode empirisch; empirisch-quantitativ; historisch
Freie Schlagwörter female labour; public intervention
Sprache Dokument Englisch
Publikationsjahr 2011
Seitenangabe S. 839-868
Zeitschriftentitel Comparative Population Studies - Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, 36 (2011) 4
DOI http://dx.doi.org/10.4232/10.CPoS-2011-22en
ISSN 1869-8999
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet (peer reviewed)
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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