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Financial Inclusion: Strategiewechsel in der Mikrofinanzierung

[Arbeitspapier]

Giesbert, Lena; Sabrow, Sophia

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-320121

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber GIGA German Institute of Global and Area Studies - Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien
Abstract Die einst hochgelobte Idee der Mikrofinanzierung wird in jüngster Zeit heftig attackiert. Zwei Selbstmordserien verzweifelter Schuldner in Indien, teilweise astronomische Zinssätze und hohe Profite einiger Mikrokreditbanken rücken den Sektor in ein schlechtes Licht. Der Mikrofinanzberater Hugh Sinclair spricht in seinem im Juli 2012 veröffentlichten Enthüllungsbuch von „Finanzgeiern“, die auf Kosten der Armen Profite machen. Der Traum des Nobelpreisträgers Muhamad Yunus, über Kreditvergaben an Kleinunternehmer die weltweite Armut zu reduzieren, scheint vermessen. Dachorganisationen des Sektors bemühen sich mit dem Ansatz der Financial Inclusion um eine strategische Neuausrichtung hin zu einer stärkeren Finanzmarkintegration sowohl der Angebots- als auch der Nachfrageseite. Es bleibt umstritten, ob der Zugang zu Finanzdienstleistungen und deren Wohlstandseffekte dadurch bisher signifikant erhöht werden konnten. Als Folge der Neuausrichtung findet eine stärkere Integration in den globalen Kapitalmarkt statt. Dies ist besonders in Südasien, dem Kerngebiet der Mikrofinanzexpansion der letzten Jahre, zu beobachten. Der Druck, kommerzielle Investoren an sich zu binden, führt jedoch in einigen Regionen zu exzessiven Kreditvergaben und Überschuldung. Im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh erleidet der Sektor dadurch fast einen Kollaps, was dem Ruf der Mikrofinanzindustrie einen nachhaltigen Schaden zufügt. Das Ziel der Ausweitung von Finanzdienstleistungen wird regional in unterschiedlichem Maß erreicht und durch die stärkere Kommerzialisierung des Sektors nicht unbedingt beflügelt. Das Kerngeschäft traditioneller Mikrofinanzinstitutionen bleibt besonders in Asien die Vergabe von Krediten, da diese höhere Renditen versprechen. Dagegen haben in anderen Regionen wie Subsahara-Afrika selbst erfolgversprechende Klein(st)unternehmen noch immer nicht ausreichend Zugang zu Investitionskapital. Die Chance der Mikrofinanzierung liegt darin, Instrumente der Risikoabsicherung (Mikroversicherungen, Mikrosparprodukte) stärker zu verbreiten und Kredite gezielter an ertragreiche Klein(st)unternehmen zu vergeben.
Thesaurusschlagwörter combating poverty; developing country; microfinance; lending; effect; indebtedness; financial service; commercialization; financial market
Klassifikation Öffentliche Finanzen und Finanzwissenschaft; Volkswirtschaftstheorie
Freie Schlagwörter Financial Inclusion; Armutsreduzierung
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2012
Erscheinungsort Hamburg
Seitenangabe 8 S.
Schriftenreihe GIGA Focus Global, 9
ISSN 1862-3581
Status Veröffentlichungsversion; nicht begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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