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Der ISAF-Rückzug aus Afghanistan: Wahrnehmung und Reaktion regionaler Mächte

The ISAF withdrawal from Afghanistan: perceptions and reactions of regional powers
[Arbeitspapier]

Destradi, Sandra; Godehardt, Nadine; Frank, Alexander

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-314283

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber GIGA German Institute of Global and Area Studies - Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien
Abstract Die Geberländer Afghanistans beschlossen im Juli 2012 auf einer Konferenz in Tokio, den Wiederaufbau des Landes in den kommenden vier Jahren mit 16 Mrd. USD zu unterstützen. Eine vergleichbare Summe wurde im Mai 2012 auf dem NATO-Gipfel in Chicago für den Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte zugesagt. Die internationale Gemeinschaft ist bestrebt, der Regierung Afghanistans zu signalisieren, dass sie das Land nach dem Rückzug der ISAF-Truppen Ende 2014 nicht im Stich lassen wird. Dennoch besteht die Befürchtung, dass ein Machtvakuum und eine erneute Machtübernahme der Taliban das Land wieder ins Chaos stürzen könnten. Von einer Destabilisierung Afghanistans wären die Nachbarstaaten am unmittelbarsten betroffen. Trotz ähnlicher Bedrohungswahrnehmungen verfolgen diese Staaten sehr unterschiedliche Ziele in Afghanistan, wodurch eine effektive regionale Kooperation verhindert wird. Die USA möchten auch fernerhin ihren Einfluss in Afghanistan gewahrt sehen und bremsen Initiativen, die nicht ihren Interessen entsprechen. Die USA verfolgen die Vision einer wirtschaftlich integrierten Region, in der Afghanistan das Kernstück einer "neuen Seidenstraße" zwischen Zentral- und Südasien und dem Nahen Osten und Ostasien bildet. Die damit verbundene Vorstellung, dass wirtschaftliche Integration zu größerer Stabilität im Sicherheitsbereich führen wird, ist allerdings bestenfalls langfristig realisierbar. Kurzfristig werden politische Differenzen zwischen den Staaten der Region der wirtschaftlichen Zusammenarbeit eher im Weg stehen. China und Indien beabsichtigen, Afghanistan stärker in regionale Organisationen einzubinden und dadurch mit den eigenen Einflussgebieten zu vernetzen. Beide Staaten befürchten eine Destabilisierung Afghanistans nach 2014, die sich insbesondere durch eine Stärkung islamistischer Terrorgruppen direkt auf ihre eigene Sicherheit auswirken könnte. Auch andere Staaten sind an der Entwicklung in Afghanistan interessiert. Iran verfolgt z.B. eine ambivalente Politik und fürchtet sowohl eine Fortsetzung des US-amerikanischen Einflusses nach 2014 als auch eine Machtübernahme durch die Taliban.
Thesaurusschlagwörter Afghanistan; reconstruction; international aid; peacekeeping; military presence; security policy; troop reduction; United States of America; China; India; pressure-group politics; conflict management; international cooperation
Klassifikation internationale Beziehungen, Entwicklungspolitik; Friedens- und Konfliktforschung, Sicherheitspolitik
Freie Schlagwörter SOZ
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2012
Erscheinungsort Hamburg
Seitenangabe 8 S.
Schriftenreihe GIGA Focus Global, 7
Status Veröffentlichungsversion; nicht begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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