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Turbulente Wahlen in Iran: die Islamische Republik am Scheideweg?

[Arbeitspapier]

Fürtig, Henner

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-286604

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber GIGA German Institute of Global and Area Studies - Leibniz-Institut für Globale und Regionale Studien, Institut für Nahost-Studien
Abstract Am 12. Juni 2009 fanden in Iran turnusgemäß Präsidentschaftswahlen statt. Es galt zu entscheiden, ob Präsident Mahmud Ahmadinejad eine zweite Amtszeit gewährt wird oder ob er von einem seiner drei Herausforderer abgelöst wird. Für den Fall, dass am 12. Juni keine Entscheidung getroffen worden wäre, war für den 19. Juni eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten vorgesehen. Der noch am Abend des ersten Wahltags verkündete – unerwartet klare – Wahlsieg von Amtsinhaber Ahmadinejad löste in weiten Kreisen des Wahlvolks zunächst Unglauben und unmittelbar danach massiven Protest aus. Die Massendemonstrationen gegen den vermuteten Wahlbetrug und die repressiven Gegenmaßnahmen des Regimes weiteten sich zur schwersten innenpolitischen Krise der Islamischen Republik Iran seit ihrer Gründung aus. Die mutmaßliche Wahlmanipulation und die Unterdrückung der Proteste haben dem Regime schwer geschadet. Es kann nicht mehr behaupten, den Willen des Volkes zu verkörpern. Das Grundvertrauen der Bevölkerung, ausgedrückt in der hohen Wahlbeteiligung, ist damit - wahrscheinlich irreparabel – beschädigt. Die Krise offenbarte eine geänderte Kräfteverteilung in Iran. Bisherige Konfliktstrukturen wurden durch neue Bruchlinien zwischen "alter" Elite (Führungspersonen der Revolution, Mehrheit des Klerus), "neuer" Elite (Revolutionsgarden, Laien, Minderheit des Klerus inklusive Revolutionsführer) und regimeferner Opposition (moderne Mittel- und Oberschichten) überlagert. Das Zusammenwirken der "alten" Elite mit der regimefernen Opposition ist als Ausnahme anzusehen. Für sich betrachtet, ist Letztere aber immer noch schwach und unorganisiert. Iran weist Symptome des Übergangs von der Islamischen Republik zur Militärdiktatur auf.
Thesaurusschlagwörter Iran; presidential election; election result; protest movement; political system; political crisis; political elite; opposition; power struggle; Asia; Middle East
Klassifikation politische Willensbildung, politische Soziologie, politische Kultur
Freie Schlagwörter Massenproteste
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2009
Erscheinungsort Hamburg
Seitenangabe 8 S.
Schriftenreihe GIGA Focus Nahost, 6
Status Veröffentlichungsversion; nicht begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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