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Zur Kulturbedeutung von Hooligandiskurs und Alltagsrassismus im Fußballsport

Hooligan discourse and everyday racism: their cultural meaning in soccer
[Zeitschriftenartikel]

Zifonun, Darius

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-277837

Weitere Angaben:
Abstract 'Dieser Essay diskutiert die Frage nach dem Sinnzusammenhang zwischen rechter Gewalt und Alltagsrassismus in der Fußballwelt. Es wird argumentiert, dass die Betonung des (marginalen) Phänomens des rechten Extremismus und seine Verknüpfung mit Rassismus und Hooliganismus den (weitverbreiteten) Rassismus in den niedrigen Amateurklassen verdeckt. Indem sie ihre moralische Abscheu vor dem Hooliganismus zum Ausdruck bringen, sind Angehörige der Fußballwelt dazu in der Lage, sich symbolisch vom Alltagsrassismus zu befreien. Ausgehend von Ergebnissen einer qualitativen Untersuchung im Mannheimer Fußballmilieu und von Gary Armstrongs Studie der 'Blades' aus Sheffield, wird gezeigt, wie Rechtsextremismus (im elitären Hooligandiskurs) und Alltagsrassismus (im Amateurfußball) - jeder für sich und in ihrer Wechselwirkung - im Zentrum der Gesellschaft Ordnung und Stabilität entfalten. In einem ersten Schritt werden die kulturelle und politische Logik der Hooliganwelt und der Ultrabewegung rekonstruiert. Dabei zeigt sich, dass beide Milieus in keiner systematischen Beziehung zum Rechtsextremismus stehen. Anschließend wird, ausgehend von den Erfahrungen 'türkischer' Migranten in niedrigen Amateurspielklassen, argumentiert, dass sich drei Typen rassistischen Verhaltens unterscheiden lassen. Diese Handlungs- und Deutungsweisen beschränken sich keineswegs auf gesellschaftliche Randgruppen. Vielmehr gehören sie zum Allgemeinwissen und Standardverhaltensrepertoire dieser Teilwelt des Fußballmilieus.' (Autorenreferat)

'The essay addresses the question of whether there is a meaningful link between right-wing violence and everyday racism in soccer. It argues that the emphasis on the (marginal) phenomenon of right-wing extremism and its association with racism and hooliganism obscures (widespread) everyday racism in the lower amateur leagues. In giving vent to their moral abhorrence of hooliganism, those engaged in the soccer world find a symbolical means of liberating themselves from everyday racism. Based on the findings of qualitative research conducted within the city of Mannheim's local soccer milieu, as well as on Gary Armstrong's study of the Sheffield 'Blades' hooligans, right-wing extremism (in the elitist hooligan discourse) and everyday racism (in amateur soccer) are shown to be - both separately and in their interplay - a means of implementing order and stability in the very heart of society. In a first step, the cultural and political logic of the hooligan world and the ultra movement are reconstructed, emphasizing the absente, in both milieus, of any systematic link to right-wing extremism. Secondly, focusing on the experiences of Turkish migrants in the lower amateur leagues in Germany, it is argued that at least three types of racist behavior can be distinguished, all of which are not limited to marginal social groups but are part of the general knowledge and standard behavioral repertoire inherent to this sub-universe of the soccer milieu.' (author's abstract)|
Thesaurusschlagwörter everyday life; Baden-Württemberg; Federal Republic of Germany; discourse; social problem; prejudice; stereotype; soccer; racism; migrant; violence; right-wing radicalism; Turk; hooligan; social milieu
Klassifikation Forschungsarten der Sozialforschung; Ethnologie, Kulturanthropologie, Ethnosoziologie; Freizeitforschung, Freizeitsoziologie; soziale Probleme
Methode empirisch; empirisch-qualitativ
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2007
Seitenangabe S. 97-117
Zeitschriftentitel Zeitschrift für Qualitative Forschung, 8 (2007) 1
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet (peer reviewed)
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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