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Entscheidungsregeln in multilateralen Konflikten

Decision schemes in multilateral conflicts
[Forschungsbericht]

Binder, Jens; Diehl, Michael

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-260359

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Stiftung Friedensforschung
Abstract "Eine wichtige Komponente von Konfliktmanagement und Mediation besteht in der Verhandlung widerstreitender Interessen. Während sich die bisherige Forschung in diesem Bereich vor allem auf Situationen mit nur zwei Konfliktparteien konzentriert hat, behandelt dieser Beitrag einige Besonderheiten von multilateralen Verhandlungen. Das Aushandeln einer Einigung wird als das Aufstellen einer gemeinsamen Entscheidungsregel, der Lösungsstrategie, charakterisiert. Eine prominente Regel ist das 'log-rolling', bei dem ein Ausgleich zwischen verschiedenen Verhandlungsthemen angestrebt wird. In der einfachsten Form beinhaltet log-rolling, bei wichtigen Themen auf der eigenen Position zu beharren, dafür aber bei unwichtigen Themen nachzugeben. In multilateralen Verhandlungen kann jedoch eine andere Form von log-rolling notwendig sein, bei der gerade die wichtigen Themen aufgegeben werden müssen, um der Gruppe ein möglichst gutes Ergebnis zu ermöglichen. In diesem Fall steht eine schwer nachvollziehbare Regel im Widerspruch zu einer leicht nachvollziehbaren. Es liegt ein Regelkonflikt vor, der zu schlechteren Verhandlungsergebnissen führen sollte. Diese Überlegungen werden in drei experimentellen Studien mit formalisierten Verhandlungsaufgaben in Rollenspielen überprüft. In zwei unterschiedlichen Szenarien, einer Geschäftsverhandlung und einer Friedensverhandlung, werden Interessen so vorgegeben, dass Verhandlungen mit und ohne Regelkonflikt entstehen. Wie sich zeigt, führt ein Regelkonflikt zu deutlich schlechteren Verhandlungsergebnissen. Dieser Effekt ist sehr robust und kann auch durch eine Strukturierung der Diskussion und zusätzliche Hilfestellungen für die Verhandlungsparteien nur ansatzweise aufgehoben werden. Es wird deshalb empfohlen, in multilateralen Konflikten eine möglichst flexible Suche nach Lösungsansätzen anzuregen und auch bei Positionen, die den Parteien besonders wichtig sind, nach Alternativen zu suchen. Eine vermittelnde Partei sollte ihre Unterstützung nicht nur auf die Generierung von Ansätzen, sondern insbesondere auf die Umsetzung dieser Ansätze konzentrieren." (Autorenreferat)

"An important component in conflict management and mediation comprises the negotiation of conflicting interests. Whereas past research in this area has focused primarily on situations with only two conflict parties the work presented here deals with multi-party negotiation. Negotiation of an agreement can be characterised as the establishment of a common decision rule or solving strategy. A prominent rule is log-rolling which aims at trade-offs between different negotiation issues. In its simplest form log-rolling is achieved by sticking to one's position on issues of high importance whilst conceding on issues of low importance. In multi-party negotiation, however, a different form of log-rolling can be required. In fact, sometimes the most important issues have to be given up in order for the group to obtain a good outcome. In such cases a less plausible rule is in contradiction with a more plausible one. This rule conflict is expected to lead to worse outcomes. These hypotheses are tested in three experimental studies using formalised negotiation tasks in role plays. In two different scenarios, a business negotiation and a peace negotiation, interests are pre-defined in such a way as to create negotiations with and without a rule conflict. It turns out that a rule conflict leads to markedly worse negotiation outcomes. This effect is quite robust. It is only in part affected by structuring the discussion and by providing negotiation parties with additional aids. Therefore, in multi-party conflicts, it is recommended to stimulate a search for solution strategies that is as flexible as possible and to look for alternatives even for positions that are of high importance to parties. A mediating party should focus its support not only on the generation of strategic approaches, but also on their implementation." (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter conflict management; mediation; multilateralism; conflict resolution; conflict of interest; negotiation; decision making process; scenario; role play
Klassifikation Friedens- und Konfliktforschung, Sicherheitspolitik; Allgemeine Psychologie; Sozialpsychologie
Methode anwendungsorientiert; Theorieanwendung
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2008
Erscheinungsort Osnabrück
Seitenangabe 44 S.
Schriftenreihe Forschung DSF, 11
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
Datenlieferant Dieser Metadatensatz wurde vom Sondersammelgebiet Sozialwissenschaften (USB Köln) erstellt.
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