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Weltraumbewaffnung und Optionen für präventive Rüstungskontrolle

Militarization of space and options for preventive arms control
[Forschungsbericht]

Neuneck, Götz; Rothkirch, André

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-260300

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Stiftung Friedensforschung
Abstract "Der erdnahe Raum wird zunehmend von Raumfahrt treibenden Staaten für vielfältige zivile, kommerzielle aber auch für militärische Zwecke genutzt. Insbesondere für global agierende Streitkräfte wie z.B. die der USA oder für die Verifikation von Rüstungskontrolle sind Weltraumanwendungen wie Kommunikation, Fernerkundung oder Navigation unverzichtbar. Bisher ist der Weltraum 'frei von Waffen' geblieben, die Ziele im All oder direkt auf der Erde bedrohen könnten. Heutige Satelliten haben lediglich 'passive Funktionen', d.h. sie sind nicht in der Lage, gezielt gegnerische Satelliten 'auszuschalten'. Die USA und Russland sind nach über fünfzigjähriger Rüstungskonkurrenz im All militärisch führend, haben es trotz einiger Versuche jedoch vermieden, Weltraumwaffen (WRW) stationierungsreif einzusetzen. WRW sind Objekte, die sich im Weltraum befinden oder in den Weltraum wirken und Satelliten beschädigen oder zerstören. In den USA gibt es eine anhaltende Debatte bezüglich der nächsten Schritte zur Einführung von WRW. In den US-Streitkräften werden institutionelle, organisatorische und budgetäre Weichen für eine verstärkte Integration des Weltraums in die Kriegführung der USA gestellt. Die Europäische Union wird den erdnahen Raum zukünftig verstärkt sicherheitspolitisch nutzen. Russland verfügt im Prinzip über ein veraltetes auf der Erde stationiertes ASAT-System. China werden Aktivitäten auf dem Gebiet WRW nachgesagt. Drei Gründe sprechen gegen eine Bewaffnung des Weltraums: Zum einen sind WRW teuer und ineffizient. Um große Bereiche des Weltraums zu schützen, benötigt man viele Systeme, die gestartet, manövriert und gewartet werden müssen. Darüber hinaus müssen funktionsfähige WRW getestet werden. Waffentests oder der reale Einsatz gegen Satelliten im Weltraum erhöhen die Menge an 'Weltraumschrott' dramatisch. Zum dritten haben die USA am meisten zu verlieren, wenn sich weitere Staaten zur Stationierung von WRW entschließen. Eine Weltraumbewaffnung könnte militärische Schritte weiterer Akteure provozieren, die bisher nicht an WRW interessiert sind - ein 'Wettrüsten im Weltraum' wäre die wahrscheinliche Konsequenz. Solch eine 'Konkurrenz im All' würde enorme Ressourcen binden und Rivalitäten in den Weltraum tragen. Ein verschärftes Klima des Misstrauens in den internationalen Beziehungen wäre die Folge. Die internationale Staatengemeinschaft sollte völkerrechtlich verbindliche Schritte unternehmen, um den Status der Waffenfreiheit des Weltraums zu erhalten. Ziel sollte die Schaffung eines verbindlichen, verifizierbaren Verbotsregimes für alle Arten von WRW sein. Auf dem Weg dorthin sind diverse vertrauensbildende Maßnahmen ebenso denkbar wie erste institutionelle und technische Schritte wie die Verbesserung der 'Space Surveillance' oder die Schaffung einer UN-Weltraumagentur. Die UN und die EU sollten auf dem Sektor der Rüstungskontrolle gestaltend tätig werden und Schritte zur Stärkung des Weltraumvertrages einleiten, zumal dieser im Jahr 2007 vierzig Jahre alt wird." (Textauszug)

"Today, near-earth environment is increasingly being used by space-faring nations not only for various civilian and commercial purposes, but also for military means. In particular, space-based technologies in areas such as communications, remote sensing, and navigation are indispensable for armed forces with a global reach, such as those of the US, and for the verification of arms control arrangements. To this day, the earth environment has remained free from weapons capable of threatening targets in outer space or directly on earth. Today's satellites are restricted to 'passive functions', i.e. they are not capable of directly eliminating adversarial satellites. As a result of their 50-years arms race, the USA and Russia are assured of military dominance in space. However, apart from a few attempts, they have refrained from deploying operational space weapons (SWs). SWs are objects that are deployed in space or act on objects in space and are capable of damaging or destroying satellites. In the US, there is an ongoing debate concerning the next steps in the introduction of SWs. In the US armed forces, the organizational and budgetary foundations have been laid for the enhanced integration of space concepts into warfare. In the future, the European Union will increasingly use the near-earth environment for security purposes. Russia possesses an outdated ASAT system. China is rumored to be developing SW-related activities. There are three reasons to oppose the weaponization of space: First, SWs are expensive and inefficient. In order to protect vast areas of space, many systems are required and they all have to be launched, maneuvered, and maintained. Second, operational SWs have to be tested. Both tests and the real use of weapons against satellites in space increase the amount of space debris dramatically. Third, the US has the most to lose if other states decide to deploy SWs. Space weaponization could provoke reactions on the part of other parties, who are not yet interested in SWs - an arms race in space would be the most likely consequence. Such a turn of events would devour enormous resources. It would also be likely to lead to a widening climate of mistrust in international relations. The international community should establish binding provisions under international law to guarantee the weapon-free status of outer space as laid down by the Outer Space Treaty. The goal should be the establishment of an arms control regime centered upon a binding and verifiable ban on all kinds of SWs. Steps towards this could include confidence building measures as well as institutional and technical measures, such as the improvement of 'space surveillance' or the establishment of a UN space agency. The UN and the EU should seek to act independently on arms control in space thus improving security on earth to strengthen the Outer Space Treaty, which has its 40th anniversary in 2007." (excerpt)
Thesaurusschlagwörter United States of America; Russia; China; EU; UNO; arms limitation; arms control; arms race; outer space; SDI
Klassifikation Friedens- und Konfliktforschung, Sicherheitspolitik
Methode deskriptive Studie
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2006
Erscheinungsort Osnabrück
Seitenangabe 64 S.
Schriftenreihe Forschung DSF, 6
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
Datenlieferant Dieser Metadatensatz wurde vom Sondersammelgebiet Sozialwissenschaften (USB Köln) erstellt.
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