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Personalabbau und Interessenvertretung durch den Betriebsrat : zur Krisenbewältigung in der Automobilindustrie

[Zeitschriftenartikel]

Mendius, Hans Gerhard; Schultz-Wild, Rainer

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-252740

Weitere Angaben:
Abstract Der Artikel präsentiert eine empirische Untersuchung der Beschäftigungspolitik in einigen Unternehmen der deutschen Automobilindustrie während der jüngsten wirtschaftlichen Rezession. Sie analysiert insbesondere einige Aspekte der Entwicklungen und Auswirkungen der härtesten Krise, die man bisher in der BRD kennenlernte. Die Studie basiert auf der Annahme, daß durch partikulare Strategien der großen Industrieunternehmen einem offenen Konflikt zwischen Kapital und Arbeit während der Krise vorgebeugt wurde. Besondere Aufmerksamkeit wird auf Rolle und Einfluß der Betriebsräte gelenkt, welchen Druck sie auf den Prozeß der Arbeitskräftereduzierung ausübten. Um die Aktionen der Arbeitnehmervertreter zu beurteilen, muß man streng zwischen der Politik des auf innerbetrieblicher Ebene arbeitenden Betriebsrates und der Politik der Gewerkschaften trennen, die in der Krise eine vornehmlich defensive Orientierung einnahmen. Aus der Sicht der Arbeitgeber wurde das günstige Resultat aus der Krise durch die Gewährung von Abfindungsentschädigungen an Beschäftigte erzielt, die 'freiwillig' aus dem Unternehmen ausschieden. Obwohl diese Zahlungen den Verlust des Arbeitsplatzes zumindest finanziell ausglichen, führten sie ebenso zu Risiken und Belastungen, die sich gerade in den Reihen unterprivilegierter Arbeitergruppen konzentrierten. Nimmt man die große Zahl der frühverrenteten Arbeiter hinzu, so wurden hohe Kostenanteile für überflüssig gewordene Arbeitskräfte dem System sozialer Sicherung, insbesondere der Arbeitslosen- und der Rentenversicherung aufgebürdet. Abschließend werden einige Momente einer besseren und effektiveren Vertretung der Arbeitnehmerinteressen gegen eine 'sozialpartnerschaftliche' Strategie des ökonomischen Krisenmanagement aufgeführt. (KHSübers)

"The article presents an investigation of manpower policies in some companies of the German automobile industry during the recent economic recession. In particular, it analyzes some aspects of the developments and effects of the most severe economic crisis experienced so far in the Federal Republic of Germany. The study rests on the proposition that an open conflict between capital and labor during the crisis was prevented by particular strategies of the large industrial enterprises. Special attention is given to the role and influence exerted by the works councils on the process of cutting down superfluous manpower. In assessing the actions of worker represantatives, one has to keep apart the policies of the works council acting on plant level from the policy of the trade-unions, who largely assumed a defensive attitude during the crisis. From the employer point of view, a favorable outcome of the crisis was reached by granting severance payments to the employees leaving the company on a 'voluntary' basis. While these payments yielded some financial compensation for loss of the job, they also led to risks and burdens concentrated on underprivileged groups of workers. In addition, by phasing out a large number of workers through early retirement, part of the costs of worker redundancy were transmitted to the system of social security, in particular to the unemployment and pension funds. Finally, some elements are specified for a better (more effective) representation of worker interests in response to corporate strategies of a 'peaceful' management of economic crisis." (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter Federal Republic of Germany; layoffs; representation of interests; conflict of interest; firm; works council; codetermination; automobile industry; worker's interest
Klassifikation Industrie- und Betriebssoziologie, Arbeitssoziologie, industrielle Beziehungen
Methode deskriptive Studie; empirisch
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1976
Seitenangabe S. 465-484
Zeitschriftentitel Leviathan - Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft, 4 (1976) 4
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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