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Der Tod und die Sozialdemokratie

Death and social democracy
[Zeitschriftenartikel]

Mergner, Gottfried; Schwarzer, Petra

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-249110

Weitere Angaben:
Abstract In dem Beitrag über Führer- und Totenkult in der SPD wird gezeigt, was der geforderte natürliche Tod für alle in der Arbeiterklasse in Wahrheit darstellt und wie er zur Kompensation drängt. Zunächst werden die geschichtlichen Quellen sozialdemokratischer Todesgedanken nachgezeichnet. Der Tod des Subjekts wird im Kontext kollektiven Widerstands betrachtet. Der Übergang von den kirchlichen zu aufgeklärten Todesvorstellungen wird beschrieben. Die Einstellung zum Tod in der Ideologie der Sozialdemokratie wird herausgearbeitet. Dann werden einige konkrete Aspekte des Verhältnisses der Kultur und Politik der Sozialdemokratie zum Tod untersucht: (1) Die Sozialdemokratie sah sich einem antiklerikalen Atheismus, einer Diesseitigkeitsgläubigkeit verpflichtet, was zu der Frage führt, wo dabei die Todesangst des einzelnen blieb und wie sie zur Sprache kam. (2) Die Organisation stützte ihre Autorität auf den Anspruch, die Zukunft richtig vorhersagen zu können; solange die politischen Fortschritte für den einzelnen in der Gegenwart noch nicht erfahrbar waren, mußte die gemeinsame Zukunftshoffnung den einzelnen politisch an die Organisation und ihre Politik fesseln. (3) Sozialdemokratische Allegorien zu der These, daß der Tod und die Zukunft eine Frau sind, werden erörtert. (4) Die Transzendierung des Lebens setzt die Übereinstimmung mit höheren Prinzipien voraus; für die Wahrheit dieser Prinzipien steht die Autorität der Führer; ihre Todesfeiern dienen daher vor allem der Bekräftigung der überzeitlichen Wahrheiten. (5) Die kapitalistische Gesellschaft produziert selbst den Tod; das spüren die Arbeiter/ innen am eigenen Leib; aber auch die wachsende Bereitschaft, die wirtschaftlichen Konflikte zwischen den Nationalstaaten mit kriegerischen Mitteln auszutragen, bedrohte das Leben der Bevölkerung nach 1900 in wachsendem Maße. (RW)
Thesaurusschlagwörter historical development; capitalism; worker; labor movement; attitude; religion; ideology; German Empire; Germany; leader; ritual; social democracy; death
Klassifikation politische Willensbildung, politische Soziologie, politische Kultur; Sozialpsychologie; Sozialgeschichte, historische Sozialforschung
Methode deskriptive Studie; historisch
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1988
Seitenangabe S. 59-86
Zeitschriftentitel Psychologie und Gesellschaftskritik, 12 (1988) 1/2
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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