Export für Ihre Literaturverwaltung

Übernahme per Copy & Paste
Bibtex-Export
Endnote-Export

       

Weiterempfehlen

Bookmark and Share


'Langsam begannen sich meine Zweifel aufzuweichen...' : Mechanismen der Neutralisation von Unrechtsbewusstsein in korruptiven Beziehungen

'Gradually my doubts began to disappear...' : mechanisms of neutralization in corruptive relationships
[Zeitschriftenartikel]

Höffling, Christian

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-248281

Weitere Angaben:
Abstract 'Übereinstimmend attestieren Strafverfolger Korruptions-Delinquenten ein nur schwach ausgeprägtes Unrechtsbewusstsein, obgleich der soziale und berufliche Status der betreffenden Akteure eine hinreichende Vertrautheit mit den einschlägigen Rechtsnormen erwarten ließe. Wie ist dieser Befund einzuordnen? Wie lässt sich die Beeinträchtigung des Normbewusstseins in Bezug auf korruptives Handeln erklären? Zur Beantwortung dieser Frage werden unter Rückgriff auf die ursprünglich von Sykes und Matza formulierte Theorie der Neutralisation die Vernehmungsprotokolle beschuldigter Korrupteure analysiert. Die Suche nach Rechtfertigungen, die, das eigene Gewissen beruhigend, 'abweichendem Verhalten vorausgehen und abweichendes Verhalten ermöglichen' (Sykes/Matza), gestaltet sich allerdings problematisch: Die in den Texten dokumentierten Auskünfte der 'Befragten' sind nahe liegenderweise stark vom strategischen Motiv der Selbstentlastung zur Vermeidung drohender Sanktionen geprägt. Aus diesem Grund werden zunächst die vorherrschenden Rechtfertigungs-Muster korruptiver Akteure herausgearbeitet. In einem zweiten Schritt versuche ich dann, durch diesen Schleier nachträglicher Rationalisierung hindurch einige Bedingungen und Mechanismen zu identifizieren, die als Erklärungsfaktoren für das eingeschränkte Unrechtsbewusstsein korruptiver Akteure in Betracht gezogen werden müssen.' (Autorenreferat)

'Prosecutors agree that corruptive offenders are only weakly aware of wrongdoing, although their social and occupational status would lead one to expect a sufficient familiarity concerning the relevant legal norms. How should we interpret these findings? How can we explain the reduced awareness of wrongdoing with regard to corruptive action? To answer this question, I analyse the examination records of accused corruptors in light of the theory of neutralization originally formulated by Sykes and Matza. However, the search for justifications that 'precede deviant behaviour and make deviant behaviour possible' (Sykes/Matza) turns out to be problematic. Obviously, the statements of the 'respondents' are strongly motivated by the wish to exonerate themselves and to escape punishment. For this reason, I first determine the prevailing justification patterns of corruptive actors. In a second step, throughout this veil of subsequent rationalization, I identify some conditions and mechanisms that might explain the reduced awareness of wrongdoing in cases of corruption.' (author's abstract)|
Thesaurusschlagwörter deviant behavior; Federal Republic of Germany; corruption; legal consciousness; social norm; orientation; guilt
Klassifikation Kriminalsoziologie, Rechtssoziologie, Kriminologie
Methode empirisch; empirisch-qualitativ
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2000
Seitenangabe S. 23-58
Zeitschriftentitel Soziale Probleme, 11 (2000) 1/2
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet (peer reviewed)
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
top