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Zur Bedeutung der Geschlechtlichkeit für die Psychologie

The importance of sexuality for psychology
[journal article]

Vinnai, Gerhard

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Please use the following Persistent Identifier (PID) to cite this document:http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-24781

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Abstract Der Beitrag kritisiert eine geschlechtslos und affektarm agierende akademische Psychologie, die Affektvermeidung und Verleugnung von Geschlechtlichkeit als "wissenschaftlich" deklariert. Die Frauenbewegung kritisiert die Wissenschaft als "männlich", aber sie ist noch nicht einmal das. Der Artikel hebt hervor, dass gelungene Bildungsprozesse in der Psychologie auf eine Verknüpfung subjektiver Erfahrungen mit Theoriekonstruktionen angewiesen sind. Eine Auseinandersetzung mit der eigenen Subjektivität ist für Studierende der Psychologie unabdingbar, was das verschulte Psychologiestudium aber geradezu verhindert. Die Hemmungen sind aber keineswegs nur intellektuell, vielmehr werden sie bestimmt von bewussten und unbewussten Ängsten und dagegen gerichteten Abwehrmechanismen. Im Gegensatz aber zur "naturwissenschaftlich" agierenden akademischen Psychologie bezieht sich die Psychoanalyse stets auf das Subjektive. Aber auch die Psychoanalyse wich teilweise vor dem Geschlechtlichen aus, etwa durch die - durchaus notwendige - Beschäftigung mit den "frühen" Störungen. Die Psychoanalyse dachte aber kaum jemals darüber nach, inwieweit nicht analysierte (männliche) Geschlechtlichkeit vielleicht Einfluss auf die psychoanalytische Methode als solche genommen haben könnte. Der Beitrag fordert abschließend, dass eine kritische Psychologie die Bedeutung der Geschlechtlichkeit auch für psychologische Theorien reflektieren muss. Eng damit verbunden ist auch eine Auseinandersetzung mit Affekten. Das würde auch ein besseres Verständnis des Verhältnisses von Allgemeinem und Besonderem ermöglichen: Ein Mensch ist ein Individuum, und doch auch Vertreter einer größeren Gruppe (etwa der Männer). Andere Beziehungen zwischen den Geschlechtern könnten eventuell auch veränderte, freiere Formen des intellektuellen Begehrens hervorbringen. (ICB)
Keywords studies (academic); psychologist; psychology; psychoanalysis; psychodynamics; mental conflict; psychological factors; gender; gender studies; gender relations; gender role; gender-specific factors; feminism; masculinity; femininity; Freud, S.; affectivity; subjectivity; qualitative method; self awareness
Classification Research Design; Sociology of Knowledge; Basic Research, General Concepts and History of Psychology; Training, Teaching and Studying, Professional Organizations of Psychology; Personality Psychology; Social Psychology; Interpersonal Communication; Women's Studies, Feminist Studies, Gender Studies
Method descriptive study
Free Keywords Geschlecht; Geschlechtlichkeit; Psychologie
Document language German
Publication Year 1994
Page/Pages p. 48-50
Journal Journal für Psychologie, 2 (1994) 3
Status Published Version; reviewed
Licence Creative Commons - Attribution-Noncommercial-No Derivative Works
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