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Psychosoziale Befindlichkeit junger Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland

Psychosocial state of young aliens in the Federal Republic of Germany
[Zeitschriftenartikel]

Mansel, Jürgen; Hurrelmann, Klaus

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-247221

Weitere Angaben:
Abstract 'Anhand eines repräsentativen Jugendsurveys werden die Hintergründe für die erhöhte psychosoziale Belastung junger, in der BRD aufwachsender Ausländer untersucht. Es werden potentiell streßerzeugende Lebensbedingungen in Familie und Freizeit und in der schulischen und beruflichen Ausbildung von jungen Deutschen und Ausländern verglichen. Dabei ergeben sich bei Bewertung der Interaktion in der Gleichaltrigengruppe und der Freizeitmöglichkeiten keine und bei der Qualität der Beziehungen in der Familie und der elterlichen Erziehungsverhaltensweisen nur marginale Unterschiede. Die Bedingungen der schulischen Sozialisation, das Leistungsverhalten und die Position in der Klassengemeinschaft bewerten ausländische Jugendliche trotz ihrer objektiv gegebenen ungünstigeren Bildungschancen nicht anders als die deutschen. Dies ändert sich mit dem Übergang von der Schule in den Beruf und dem Eintritt in das Erwerbsleben. Ausländische Jugendliche werden in die unteren beruflichen Statusgruppen abgedrängt und können seltener ihre beruflichen Optionen realisieren. Aufgrund dieser Erfahrungen sind sie in dieser Lebensphase unzufriedener mit ihrer schulischen und beruflichen Tätigkeit und schätzen ihre beruflichen Zukunftschancen pessimistischer ein. Bei der psychosozialen Belastung werden für die ausländischen Jugendlichen erheblich höhere Werte für die emotionale Anspannung ermittelt. Sie nehmen häufiger negative Gefühle wahr, während das Erleben positiver Gefühle eher ausbleibt. Das Selbstwertgefühl der Ausländerinnen ist im Vergleich zu altersgleichen Deutschen deutlich geschwächt. Hingegen sind die nationalitätsbezogenen Unterschiede für die gesundheitliche Befindlichkeit, die Krankheitsanfälligkeit, den Medikamentenkonsum und auch für die Häufigkeit agressiven Verhaltens eher marginal. Wir folgern, daß weniger spezifische 'ausländertypische' Probleme und Schwierigkeiten im Rahmen der familialen, schulischen und freizeitbezogenen Interaktion, der häufig vernmutete geringe Grad der Integration oder das Aufwachsen in zwei unterschiedlichen Kulturen für die erhöhte emotionale Anspannung der jungen Ausländer und das geringere Selbstwertgefühl der Ausländerinnen ausschlaggebend sind als die alltäglich erfahrenen Diskriminierungen in der Interaktion mit den Einheimischen, in den Verwaltungsbehörden und im politischen Diskurs und die Strukturen in der sozialen und rechtlichen Ungleichbehandlung.' (Autorenreferat)

'This paper reports on a representative youth survey of the reasons for the increase in psychosocial stress in young foreigners growing up in Germany. Potential stressors in family life, leisure time, school, and vocational training were compared in young Germans and young foreigners. Results showed no differences in the evaluation of peer group interaction and leisure-time pursuits. However, the picture changed after the status transition from school to work. Foreign adolescents were obliged to accept jobs with a lower social status and were frequently unable to realize their vocational options. They scored higher on emotional tension, experienced negative emotional states more frequently, and tended not to experience positive emotional states. Foreign girls had lower self-esteem than their German peers. It is concluded that these findings are not particularly due to a low level of integration or to growing up in two different cultures. daily discrimination in interaction with Germans, public administration and the structures of social and legal inequality seem to be far more relevant.' (author's abstract)|
Thesaurusschlagwörter school; migration; aggressiveness; illness; adolescent; stress; psychophysical stress; alien; vocational education; leisure time; self-image; Federal Republic of Germany; discrimination; social integration; family; experience; cultural factors; health; living conditions; nationality; psychosocial factors
Klassifikation Jugendsoziologie, Soziologie der Kindheit; soziale Probleme
Methode anwendungsorientiert; empirisch
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1993
Seitenangabe S. 167-192
Zeitschriftentitel Soziale Probleme, 4 (1993) 2
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet (peer reviewed)
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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