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Nachsitzen, Sitzenbleiben oder Klassenverweis? Realisierungsperspektiven für den Europäischen Verfassungsvertrag

In detention, repeating the year, or expelled? Perspectives for the realisation of the Constitutional Treaty
[Forschungsbericht]

Maurer, Andreas

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-244952

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Stiftung Wissenschaft und Politik -SWP- Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit
Abstract 'Der Ausgang der Volksabstimmungen in Frankreich und in den Niederlanden zum Vertrag über eine Verfassung für Europa hat die Debatte über die Zukunft der europäischen Einigung um neue Aspekte bereichert. Verordnet sich die EU ein kollektives 'Nachsitzen' zur Nachbesserung oder Ergänzung des Vertrages? Entscheidet sie sich für ein 'Sitzenbleiben' auf dem Status des Vertrags von Nizza und versucht auf dieser Grundlage, einzelne im Verfassungsvertrag normierte Reformen durchzusetzen? Oder wäre ein 'Klassenverweis' denkbar, bei dem die nicht ratifizierungswilligen Staaten sich von der durch den neuen Vertrag modernisierten EU trennen würden? Das 'Nachsitzen' ist riskant und sein Ausgang offen. Der Erfolg dieses Verfahrens hängt von der Bereitschaft ab, an den im neuen Vertrag erzielten politischen und institutionellen Reformen festzuhalten. Das 'Sitzenbleiben' kann dazu führen, dass die EU in die Liga der nicht reformfähigen Staatensysteme absinkt. Erfolg verspricht diese Alternative nur, wenn sich die europapolitischen Akteure entschlossen dafür einsetzen, dass die Reformen des Verfassungsvertrages anderweitig umgesetzt werden. Einzelne Elemente des Vertrags könnten auch auf der Basis des geltenden Vertragsrechts umgesetzt werden. Zu berücksichtigen wäre aber, dass die damit einhergehenden Änderungen des interinstitutionellen Gefüges, der Machtbalance zwischen den Staaten und der Kompetenzordnung der Union von allen Akteuren akzeptiert werden müssten. Auch wenn die Option des 'Klassenverweises' eine für alle Seiten schmerzhafte Prozedur darstellt, ist es töricht, sie jetzt außer Acht zu lassen. Erst am Ende des Ratifikationsprozesses zeigt sich, ob sich neue Chancen für eine friedliche Koexistenz mehrerer Integrationsmodelle ergeben.' (Autorenreferat)

'The negative results of the referenda on the Treaty establishing a Constitution for Europe (ECT) in France and the Netherlands have thrown the European Union into a deep crisis. The options should be carefully and unemotionally weighed up. Should the EU collectively 'put itself in detention' in order to improve or complement the Treaty? Or will it plump for 'repeating the year', attempting on the basis of the Treaty of Nice to pursue individual reforms from the ECT in a sub-constitutional manner? Or is an 'expulsion' thinkable, whereby those states unwilling to ratify the ECT separate themselves from an EU regulated by the ECT? The self-decreed delay is risky. The success of such a strategy depends largely upon the readiness of Europe's heads of state and government to stick with the political and institutional reforms aimed at in the ECT. A decision in favour of the status quo could entail the EU's relegation to the international league of state systems that are not able - or prepared - to reform themselves. This option can only bring success if the European actors resolutely push for the implementation of the reforms in the ECT which, after all, were agreed to among parliaments, government representatives and a large part of civil society. The withdrawal or exclusion of all those states which are not ready to take up the ECT certainly appears politically inopportune at the present time. All the same, this option should not be ruled out at this stage of the debate. Even if this option would spell a rather painful process for all parties involved, it would be foolhardy to disregard it. Only towards the end of the ratification process will it become clear, whether and to what degree new chances have been created for the harmonious coexistence of various models of integration.' (author's abstract)|
Thesaurusschlagwörter reform; European Policy; disposition to reform; political system; France; EU; European integration; constitution; institutional change; EU Treaty; Netherlands; political reform; EU member state; constitution-making; referendum
Klassifikation Europapolitik; Recht
Methode anwendungsorientiert; deskriptive Studie
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2006
Erscheinungsort Berlin
Seitenangabe 38 S.
Schriftenreihe SWP-Studie, S 4
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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