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Überlegungen zu qualitativer Methodologie und qualitativer Forschungspraxis : die Kehrseite psychologischer Forschungsberichte

[Forschungsbericht]

Mruck, Katja; Mey, Günter

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-2212

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Technische Universität Berlin, Institut für Psychologie
Abstract Meist hat das, was in Forschungsberichten dargestellt wird, nur einen sehr losen Zusammenhang zu dem Forschungsprozess, auf den sich die Veröffentlichungen beziehen. Diese Trennung zwischen dem "context of justification" und dem "context of discovery" wird von naturwissenschaftlich orientierten Wissenschaftstheorien und Methodologien explizit gefordert, obwohl sie schon dort problematisch ist. Sie findet sich aber auch in qualitativen Forschungsarbeiten, allerdings - so ist zu vermuten - weniger bewusst intendiert und schwerwiegender entlang deren Prämissen. Deshalb wird im ersten Teil ausgehend von einigen "paradigmatischen Gemeinsamkeiten" qualitativer Forschung ein Reflexionsdefizit herausgearbeitet, das darin besteht, dass qualitative Methodologien sich häufig - analog einem in der qualitativen Forschungspraxis vorherrschenden naturalistischen Blick auf Untersuchungsgegenstände - durch ein naturalistisches Verständnis des Forschungsprozesses auszeichnen. In dem Bemühen, beide Kurzsichtigkeiten zu vermeiden, wird im zweiten Teil im Anschluss an Überlegungen, die im Rahmen der psychoanalytischen Sozialforschung entwickelt worden sind und entlang einer eigenen Forschungsarbeit zu Jugendarbeitslosigkeit zu rekonstruieren versucht, in welcher Weise die Persönlichkeiten der Forschenden, die Zusammenarbeit in einem Forschungsteam sowie die Einbindung in weitere wissenschaftliche Kontexte und Diskurse Einfluss auf die Erkenntnisgewinnung und -präsentation genommen haben. Abschließend werden einige Barrieren diskutiert, die u.E. die Forschungsarbeit kontinuierlich behindert haben und die zudem Hinweise dafür geben, warum sich empirische Forschung und Methodologie jenseits der monierten Kluft zwischen beiden mit einem Einbezug der Subjektivität der Forschenden und der Kontextualität von Forschung schwertun. Hierzu gehören zunächst Ausstattungs- und Vermittlungsdefizite hinsichtlich qualitativer Forschungsmethodik in der universitären Lehre und Rezeptionsdefizite auf Seiten qualitativer Methodologie vor allem in Bezug auf wissenschaftshistorische und -soziologische Arbeiten, sowie fortdauernde Berührungsängste in Richtung - für eine Reflexion des Forschungsprozesses wichtiger - (ethno-) psychoanalytischer Ansätze. Wesentlich scheinen darüber hinaus und teilweise damit verbunden hinter dem Rücken der Forschenden wirksame Imperative von Wissenschaft, die sich zum einen mit persönlichen Ängsten und (Berufs-) Rollen, zum anderen mit einer tiefgreifenden Verunsicherung bzgl. der Möglichkeit insbesondere human- und sozialwissenschaftlicher Aussagen treffen.
Thesaurusschlagwörter research; qualitative method; psychoanalysis; qualitative interview; science studies; methodology; empirical research
Klassifikation Forschungsarten der Sozialforschung; Allgemeines, spezielle Theorien und Schulen, Methoden, Entwicklung und Geschichte der Psychologie
Methode empirisch-qualitativ; Grundlagenforschung
Freie Schlagwörter qualitative Forschung; qualitative Methodologie; qualitative Interviews; Wissenschaftspsychologie
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1996
Erscheinungsort Berlin
Seitenangabe 45 S.
Schriftenreihe Forschungsberichte aus dem Institut für Psychologie, 1/96
Status Veröffentlichungsversion; nicht begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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