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Migrationsforschung im Spiegel von Datenbanken : Rückblick auf zehn Jahre sozialwissenschaftlicher Fachinformationsdienst 'Migration und ethnische Minderheiten'

Migration research reflected in databases: review of ten years of the special social science information service 'Migration and ethnic minorities'
[Zeitschriftenartikel]

Schimany, Peter; Schock, Hermann

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-205873

Weitere Angaben:
Abstract 'Anhand der Datenbasis von SOFIS und SOLIS wurde erstmals eine umfangreiche Beschreibung der Migrationsforschung vorgenommen. Hierbei zeigt sich, dass die Anteile der Migrationsforschung an allen erfassten sozialwissenschaftlichen Forschungsvorhaben und Veröffentlichungen beachtlich sind. Im Berichtszeitraum von 1999 bis 2008 sind 2.516 Forschungsvorhaben erfasst, was einem Anteil von 5,4% an SOFIS entspricht. Für denselben Zeitraum sind 9.220 Veröffentlichungen nachgewiesen, was einem Anteil von 6,5% an SOLIS ausmacht. Die Forschungsinformationen enthalten 4.565 und die Literaturinformationen 8.430 Namen von Wissenschaftlern/Wissenschaftlerinnen. Jeweils etwa 8% bzw. 7% der in beiden Datenbanken ausgewiesenen Wissenschaftler/innen forschten bzw. publizierten zu migrationswissenschaftlichen Themen. Mit Migrationsforschung befasst waren 1.449 Forschungsinstitute. Das ist nahezu ein Drittel der von der GESIS laufend kontaktierten Einrichtungen. Vierzehn Prozent der Forschungsvorhaben (425) konzentrieren sich auf 24 Institute. Das sind 2% aller an der Migrationsforschung beteiligten Institute. Der Zehnjahresverlauf beider Informationsquellen weist rund eine Verdoppelung der nachgewiesenen Forschungs- und Literaturdokumente auf. Eine Differenzierung nach einzelnen Themen zeigt, dass sich die Themen Sozialisation und Bildung verdreifacht haben - und was ganz offensichtlich im Zusammenhang mit der gewachsenen Bedeutung von Integrationspolitik steht. Das Thema Migrationsverhalten (bzw. Migrationsformen) hat sich verdoppelt, was auf die anhaltende Bedeutung von Migrationspolitik bzw. der Steuerung von Zuwanderung hinweist. Dies gilt auch für sozioökonomische Fragestellungen mit den Schwerpunkten soziale Sicherung, Arbeitsmarkt und Beschäftigungsbedingungen. Die Themen Lebenslagen und Medien erfuhren eine mäßige Steigerung, während alle anderen Bereiche mehr oder weniger stagnierten. Die Struktur der Forschungsvorhaben zeigt, dass gut die Hälfte der Vorhaben extern gefördert wird. Dabei entfallen auf die DFG ein Drittel aller Projektförderungen. Unter den Institutionen der Förderung von zehn und mehr Forschungsprojekten spielt demgemäß die DFG eine herausragende Rolle. Von allen Forschungsvorhaben haben 405 einen oder mehrere Auftraggeber (wovon nur 356 namentlich benannt sind). Damit sind 16% der Projekte Auftragsforschung. Unter den Auftraggebern von vier und mehr Forschungsprojekten finden sich fünf Bundesministerien, zwei Landesministerien und zwei EU-Institutionen. Von den 2.516 Forschungsvorhaben dienten 555 bzw. 22% der Projekte der Anfertigung einer Dissertationsschrift und 62 bzw. 2,5% der Erstellung einer Habilitationsschrift. Knapp ein Viertel aller Forschungsvorhaben hatte die wissenschaftliche Weiterqualifikation zum Ziel. Dieser Wert entspricht in etwa der Grundgesamtheit (24,6% zu 24,1%). Die Literaturdokumente weisen 619 Dissertationen und 41 Habilitationsschriften aus. Damit handelt es sich im Bereich der Migrationsforschung bei Publikationen geringfügig häufiger um veröffentlichte Dissertations- und Habilitationsschriften als bei der Grundgesamtheit an Veröffentlichungen: 7,1% zu 6,7%. In der Migrationsforschung ist der Forschungsansatz gut zur Hälfte empirisch ausgerichtet, was in etwa dem Durchschnitt der Grundgesamtheit entspricht. Im Vergleich zu den Werten der Ausgangsbestände ist sie mit 4,5% für Forschung bzw. 6% für Literatur aber schwächer grundlagenorientiert (9% bzw. 10%). Allerdings wäre eine weitergehende Aufbereitung nach Typen sozialwissenschaftlicher Forschung bzw. empirischer Sozialforschung vorteilhaft. Eine Differenzierung der 9.220 Literaturhinweise zeigt, dass die Veröffentlichungspraxis in der Migrationsforschung vom Durchschnitt abweicht. Sie weist häufiger Monographien und seltener Beiträge in Zeitschriften auf (70% zu 30%). Bei einem Drittel aller Literaturhinweise handelt es sich um Graue Literatur. Die Verlagsveröffentlichungen stellen rund ein Drittel aller Veröffentlichungen. Sie verteilen sich auf 505 Verlagen. Zwei Drittel der Verlagsveröffentlichungen konzentrieren sich auf 64 (12,6%) Verlage. Vier Verlage vereinen 614 (20%) der Publikationen. Ähnlich stark streuen die 2.788 Beiträge in 439 Zeitschriften. Mit mindestens 20 Beiträgen sind noch 28 Zeitschriften und einem Volumen von 1.803 Beiträgen beteiligt. Die Migrationsforschung, so ist auf der Grundlage des deskriptiven Überblicks festzuhalten, dient als Klammer für eine Vielzahl beteiligter Fachbereiche, die das auf die Migration und Minderheiten gerichtete Erkenntnisinteresse eint. Der soFid-Band 'Migration und ethnische Minderheiten' ist für den deutschsprachigen Raum einmalig und konkurrenzlos, indem er die laufende Forschung und die (daraus hervorgehende) Literatur auf breiter Grundlage relativ umfassend dokumentiert.' (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter development; alien; Federal Republic of Germany; migration policy; Austria; data bank; research documentation; literature documentation; publication; immigration; refugee; integration policy; international migration; living conditions; Switzerland; science; migration research
Klassifikation Migration
Methode Dokumentation; empirisch; empirisch-quantitativ
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2009
Seitenangabe S. 11-47
Zeitschriftentitel Sozialwissenschaftlicher Fachinformationsdienst soFid (2009) Migration und ethnische Minderheiten 2009/1
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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