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Reanalyzing qualitative interviews from different angles : the risk of decontextualization and other problems of sharing qualitative data

Interviews aus unterschiedlichen Blickwinkeln: das Risiko der Dekontextualisierung und andere Probleme der Sekundärnutzung qualitativer Daten
[Zeitschriftenartikel]

Berg, Harry van den

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-191516

Weitere Angaben:
Abstract 'Qualitative Interviews werden im Unterschied zu Survey-Interviews selten reanalysiert. Neben offensichtlichen Gründen der Behinderung von Sekundäranalysen durch z.B. das Betonen des Eigentums an Daten - und insbesondere einer individualistischen Kultur der Eigentumswahrung - ist auch ein methodologischer Skeptizismus verbreitet. In diesem Beitrag möchte ich für einen Datenaustausch für Sekundäranalysen plädieren. Diese Fürsprache basiert teilweise auf - und ist inspiriert von - der Diskussion während der Vorbereitung eines Gemeinschaftsprojektes von dreizehn Forschern und Forscherinnen, die eingeladen wurden, den gleichen Satz von Interviews jeweils aus ihrem eigenen theoretisch-methodologischen Blickwinkel zu analysieren (van den Berg, Wetherell und Houtkoop-Steenstra, 2003). In dieser Diskussion wurden verschiedene methodologische Argumente gegen die Durchführung von Sekundäranalyse vorgebracht. Mit einigen dieser Argumente werde ich mich auseinandersetzen, insbesondere mit den Zweifeln an der Nützlichkeit von Sekundäranalysen und den angenommenen Risiken der Dekontextualisierung: Ist eine Sekundäranalyse ohne detailliertes Kontextwissen möglich? Es werden unterschiedliche theoretische und methodologische Positionen geprüft, die sich auf die Kontextualisierung des Interviewdialogs beziehen. Einerseits argumentiere ich gegen die Tendenz der Einziehung eines immer weiteren sozialen und historischen Kontextes in die Diskursanalyse von Interviews, die dem Risiko eines spekulativen Theoretisierens als Rahmen für die Interviewinterpretation ausgesetzt ist. Andererseits glaube ich nicht, dass die Vernachlässigung jedweden sozialen Kontextes jenseits des Interviews - wie sie in einigen Formulierungen der Konversationsanalyse vertreten werden - fruchtbar oder gar möglich ist. Diese Vernachlässigung birgt das Risiko eines abstrakten Empirismus. Mein Hauptargument besteht darin, dass Art und Ausmaß der für eine Diskursanalyse notwendigen Kontextualisierung von Interviewdaten von den Forschungszielen und der Beschaffenheit der Daten abhängig gemacht werden sollte.' (Autorenreferat)

'In contrast to survey interviews, qualitative interviews are seldom reanalyzed. Besides obvious reasons such as ownership - and especially the culture of individualistic ownership - that impede reusing data, there is also methodological skepticism about secondary analysis. In this paper, I will argue in favor of sharing qualitative data on behalf of secondary analysis. The argument is partly based on - and much inspired by - the discussions during the preparation of a collaborative project of thirteen researchers who were invited to analyze the same set of interview data from their own theoretical/methodological viewpoint (van den Berg, Wetherell and Houtkoop-Steenstra, 2003). During these discussions several methodological arguments against secondary analysis were put forward. In this paper I will deal with some of these arguments, especially the doubts about the usefulness of secondary analysis and the argument concerning the assumed risk of decontextualization: Is secondary analysis possible without in-depth knowledge of the context? Different theoretical and methodological positions concerning the contextualization of interview discourse will be scrutinized. On the one hand I argue against the tendency to include the ever-widening societal and historical context on behalf of the analysis of interview discourse. This tendency runs the risk of speculative social theorizing as a framework for interpreting interview discourse. On the other hand I do not think that the neglect of every social context outside interview talk - as advocated by some strands within conversation analysis - is fruitful or even possible. This neglect runs the risk of abstract empiricism. The main argument is that the kind and measure of contextualization of interview data needed on behalf of discourse analysis should depend on the research goal and the type of data.' (author's abstract)|
Thesaurusschlagwörter analysis; secondary analysis; discussion; interpretation; survey; data exchange; discourse; methodology; comparison; qualitative interview; qualitative method
Klassifikation Forschungsarten der Sozialforschung; Erhebungstechniken und Analysetechniken der Sozialwissenschaften
Methode empirisch; empirisch-qualitativ; Grundlagenforschung; Theorieanwendung
Sprache Dokument Englisch
Publikationsjahr 2008
Seitenangabe S. 179-192
Zeitschriftentitel Historical Social Research, 33 (2008) 3
ISSN 0172-6404
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet (peer reviewed)
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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