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Der revolutionäre Orden der russischen Intelligenz aus der Sicht Fedor Stepuns
The revolutionary order of the Russian intelligentsia in the opinion of Feodor Stepun
[conference paper]
Riegel, Klaus-Georg
(447 KByte)
Citation Suggestion
Please use the following Persistent Identifier (PID) to cite this document:http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-190629
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| Abstract | "Stepun bezeichnet die revolutionäre Intelligencija von 1905 als 'kämpferischen Orden', welcher als pneumatisch bewegte Gesinnungsgemeinschaft auftrat und die Revolutionierung der zaristischen Gesellschaft als messianischen Sendungsauftrag im Rahmen der Sendungstradition des Dritten Roms begriff. Dieser messianische Sendungsauftrag präsentierte sich nach Stepun als innerweltliche Erlösungslehre, welche ihre wichtigsten Denkfiguren der selektiven Übernahme westlicher Geschichtsphilosophien, insbesondere der Marxschen Erlösungslehre verdankte. Die Vertreter dieser revolutionären Intelligencija legitimierten in öffentlichen Beichten und Bekenntnissen ihr Sendungsmandat und versuchten durch die Organisation der eigenen Anhängerschaft politischen Einfluss zu nehmen und Machtpositionen zu erringen. Die verschiedenen Formen der Selbstorganisation der revolutionären Intelligencija schwankten zwischen den Extremen pneumatischer Bewegung, chiliastischer Ergriffenheit, messianischem Sendungsbewusstsein, terroristischem Aktivismus und moralischem Rigorismus. Dem Bolschewismus wirft Stepun vor, diese Sendungstradition der revolutionären Intelligencija moralisch und physisch vernichtet und ihre sittlichen Ideale pervertiert zu haben. Insbesondere die Intelligencija des Stalinismus wird als Leistungselite von Spezialisten ohne 'schöpferische Ideen in Kopf und Herz' geschildert. Stepun begreift sich selbst als moralische Stimme einer untergegangenen Tradition intellektueller Wahrhaftigkeit und christlicher Opferbereitschaft. Im Unterschied zu der revolutionären Intelligencija von 1905 tritt Stepun aus dem Bannkreis einer innerweltlichen Erlösungslehre, welche die gesellschaftliche Revolutionierung als Voraussetzung individueller Befreiung anstrebte. Stattdessen stützt sich Stepun auf die christlichen Ideale der wahren Orthodoxie, die aber aus ihrer cäsaropapistischen Gefangenschaft befreit werden müsse." (Autorenreferat) |
| Classification | Social History, Historical Social Research |
| Method | descriptive study |
| Free Keywords | Russland; Elite; Orden; 20. Jahrhundert; Geschichtsphilosophie; Geschichtsbild; Bolschewismus; Organisation; Machtpolitik; UdSSR-Nachfolgestaat; postsozialistisches Land; XXXII. Stepuntagung |
| Collection Title | Differenz und Integration: die Zukunft moderner Gesellschaften ; Verhandlungen des 28. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie im Oktober 1996 in Dresden ; Band 2: Sektionen, Arbeitsgruppen, Foren, Fedor-Stepun-Tagung |
| Editor | Rehberg, Karl-Siegbert |
| Conference | 28. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Soziologie "Differenz und Integration. Die Zukunft moderner Gesellschaften". Dresden, 1996 |
| Document language | German |
| Publication Year | 1997 |
| Publisher | Westdt. Verl. |
| City | Opladen |
| Page/Pages | p. 871-875 |
| ISBN | 3-531-12878-7 |
| Status | Published Version; reviewed |
| Licence | Deposit Licence - No Redistribution, No Modifications |
| Document Type | conference paper; collection article |