@incollection { Dimbath2008,
 title = {Intuition in der Berufswahl},
 author = {Dimbath, Oliver},
 editor = {Rehberg, Karl-Siegbert},
 pages = {4986-4996},
 year = {2008},
 publisher = {Campus Verl.},
 isbn = {978-3-593-38440-5},
 url = {http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-154390},
 abstract = {"In seinem Aufsatz über das Wählen zwischen Handlungsentwürfen entwickelt Alfred Schütz eine Konzeption von Entscheidung, die auch den Akt der gedanklichen Vorwegnahme, das Entwerfen einer Handlung im potentialis umfasst. Der Wahlakt bezieht sich dabei auf den aktuell im Bewusstseinsstrom präsenten Entwurf. Dieser wird permanent und das heißt: bei jedem Darüber-Nachdenken modifiziert. Trotz 'objektiv' hoher Komplexität von Entscheidungsproblemen entwickelt das Individuum eine begrenzte Anzahl alternativer und zugleich instabiler Handlungsstrategien, die seine als 'biographische' Grundlage von Entscheidungen nur bedingt reflexiv zugänglichen Weil-Motive ergänzen. Auch vermeintlich intentionale oder intuitive Entscheidungen werden einerseits in Abhängigkeit bereits vorhandener Entwürfe und andererseits mit Blick auf die als unhinterfragter Wissensvorrat gespeicherten kulturellen Muster getroffen. Daraus leitet sich ab, dass Entscheidungsprozesse entwurfs- und damit verlaufsbezogen erforscht werden sollten. Dies steht nicht im Widerspruch zu der Annahme, dass Entscheidungen auch retrospektiv konstruiert werden (Luhmann). Zugleich bestehen jedoch Entscheidungsprobleme ex ante als institutionell objektivierte Entscheidungszumutungen (Beck'sche Individualisierungsthese). Wenn dann die moderne Gesellschaft rationale Begründungen fordert, verwundert es nicht, wenn die Einzelnen sich Rationalitätsfiktionen 'basteln'. Der hier angekündigte Vortrag bezieht sich auf Ergebnisse einer empirisch begründeten Verlaufstypisierung von Entscheidungsprozessen der Berufswahl an der ersten Schwelle ins Erwerbsleben. Als institutionalisierte Entscheidung ist dieser moderne Entscheidungszusammenhang mit besonderen Zumutungen versehen, da sie die Einzelnen nicht nur mit einem Wahlzwang im Gewand der Chance konfrontiert (Foucault), sondern auch vor dem Hintergrund begrenzter Informationen eine eigenverantwortliche Wahlhandlung fordert, für deren Folgen das individualisierte Individuum einzustehen gewärtigen muss. Es entwirft damit nicht nur im Schützschen potentialis, sondern auch im Modus einer Antizipation der Retrospektive." (Autorenreferat)},
}