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Personifizierung, Objektivierung und die Logik der Kontrolle : zum Subjektstatus von Tieren in Tierstrafen, Tierprozessen und Tierschutz
Personification, objectivization and the logic of control : subject status of animals in animal punishments, animal trials and animal protection
[conference paper]
Fischer, Michael
(221 KByte)
Citation Suggestion
Please use the following Persistent Identifier (PID) to cite this document:http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-154256
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| Abstract | "Vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit findet sich in verschiedenen europäischen Ländern das Phänomen der formal rechtlichen Behandlung von Tieren als Straftäter und Prozessparteien. Dabei lassen sich zwei Grundformen unterscheiden: Tierstrafen richteten sich gegen domestizierte 'Nutztiere'. Sie wurden von weltlichen Gerichten verhängt, hatten ihren Anlass typischerweise in der Tötung eines Menschen durch das Tier und bestanden in der Regel in der Todesstrafe. Tierprozesse verhandelten die Taten von 'wilden', als 'Schädlingen' auftretenden Tieren. Sie fanden vor kirchlichen Gerichten statt, die darüber befanden, ob Maßnahmen wie z.B. die Exkommunikation ergriffen werden dürften und sollten, um die Schädlinge zu vertreiben. In beiden Fällen waren die Verfahren offenbar ganz ernst gemeint und vollzogen sich formal ganz wie solche gegen menschliche Angeklagte. Intuitiv erscheint dies als Ausdruck einer 'Personifizierung' von Tieren und einer mittlerweile vermeintlich überwundenen, geradezu grotesk anmutenden Irrationalität. Ein genauerer Blick auf die Tierstrafen und -prozesse sowie, vergleichsweise, das moderne System der tierschutzrechtlich geregelten industrialisierten Tierausbeutung offenbart jedoch, dass die moderne Gesellschaft keineswegs eine rationalere Konzeption des Status der Tiere entwickelt hat. Der Widerspruch hat sich nur ins Gegenteil verkehrt: Während die Kontrolle der Tiere in den Tierstrafen und -prozessen es erforderlich machte, die Tiere als Rechtssubjekte zu konzipieren, obwohl sie der zeitgenössischen Ansicht zufolge moralisch-rechtliche Objekte waren, bedingt die gewaltsame Kontrolle der machtlosen Nutztiere der Moderne die Negation des Status der Tiere als Rechtssubjekte, der ihnen der Logik der Moral und des Rechts zufolge tatsächlich zukommt." (Autorenreferat) |
| Classification | Other Fields of Sociology; Social History, Historical Social Research; Law |
| Method | documentation; historical |
| Free Keywords | Mensch-Umwelt-Beziehung; Mensch; Tier; historische Analyse; Mittelalter; Neuzeit; Todesstrafe; Tierschutz; Rechtsprechung; Verwertungsgesellschaft; Macht; Christentum; Glaube; Moral; Rechtswesen; Moderne; Recht; Objektivierung; Ad-hoc-Gruppen; Ad-hoc-Gruppe: Soziologie der Mensch-Tier-Beziehung; |
| Collection Title | Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2 |
| Editor | Rehberg, Karl-Siegbert |
| Conference | 33. Kongress "Die Natur der Gesellschaft". Kassel, 2006 |
| Document language | German |
| Publication Year | 2008 |
| Publisher | Campus Verl. |
| City | Frankfurt am Main |
| Page/Pages | p. 5151-5168 |
| ISBN | 978-3-593-38440-5 |
| Status | Published Version; reviewed |
| Licence | Deposit Licence - No Redistribution, No Modifications |
| Document Type | conference paper; collection article |