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Die Einfalt der Biologismen in der Vielfalt der Nomologien

The simplicity of biologisms in the diversity of nomologies
[Konferenzbeitrag]

Gostmann, Peter

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-153760

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Max Weber hat auf eine Morphologie der Macht verzichtet, um die Soziologie nicht auf die Analyse des 'dumpfen, ungeschiedenen vegetativen 'Untergrund(s)' des persönlichen Lebens' verpflichten zu müssen. Stattdessen setzte er auf die Grundlegung einer Empirie der Macht, indem er deren Analyse auf den 'Sonderfall' der Herrschaft konzentrierte. Während der Begriff Macht mit dem Begriff eines wie auch immer und gegenüber wem auch immer durchzusetzenden, amorphen Willens koinzidiert, tritt der Begriff Herrschaft gemeinsam mit Begriffen auf, die über ein beobachtbares und entsprechend objektivierbares Pendant in der empirischen Welt verfügen: 'Herrschaft soll heißen die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden'. Webers Haltung zum Verhältnis von Soziologie und Biologie (d.h.: der Wissenschaft vom 'vegetativen Untergrund') lässt vor dem Hintergrund eines Diskussionsbeitrags auf dem ersten Soziologentag 1910 in Frankfurt am Main verstehen. Weber antwortete hier auf einen Vortrag von Alfred Ploetz, der den Gedanken der natürlichen Determination der sozialen Wirklichkeit zur Sprache gebracht hatte, die der Begriff 'Rasse' pointieren sollte. Weber argumentierte, dass Ploetz 'Rasse' nicht als semantische Größe behandelt, die als solche selbst wieder Gegenstand einer soziologischen Analyse zu sein hätte, sondern sie unkritisch zu einem realen Gegenstand machte, der eigenständig handelt. Wer so vorgeht verliert, was Weber später 'die feste Sicherheit der Arbeitsmethode' nannte, und wird, statt Wissenschaft zu treiben, zum Geburtshelfer der 'alten Götter', die 'in Gestalt unpersönlicher Mächte (...) ihren Gräbern (entsteigen)' und 'nach Gewalt über unser Leben (streben)'. Die Ploetz-Kritik Webers läuft darauf hinaus, dass er - wie man es heute mit Gilbert Ryle ausdrücken würde - einen Kategorienfehler begeht, indem er mit 'Rasse' ein Motiv natürlicher Determination in den Begriffskanon der Soziologie einzuführen versucht: er behandelt einen Begriff, der eine Disposition ausdrücken soll ('Rasse') als einen Begriff, der ein Ereignis (soziales Handeln) beschreiben kann. Dieser Kategorienfehler liegt aber nicht nur dann vor, wenn von 'Rasse' die Rede ist, sondern immer, wenn Begriffe aus der Dispositionswissenschaft Biologie in die Ereigniswissenschaft Soziologie übertragen werden." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter sociology; sociological theory; power; domination; biology; science; methodology; working method; criticism; history of science; science studies; concept; determinants; basic concept; historical analysis; nature; culture
Klassifikation Generelle Theorien der Sozialwissenschaften; Sozialgeschichte, historische Sozialforschung
Methode Dokumentation; historisch
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 33. Kongress "Die Natur der Gesellschaft". Kassel, 2006
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2008
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 5813-5824
ISBN 978-3-593-38440-5
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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