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Die Vergemeinschaftung der Hedonisten

Communitization of hedonists
[Konferenzbeitrag]

Hitzler, Ronald

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-153658

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Die Emanzipation des Einzelnen aus Abhängigkeit und Unmündigkeit als jenem zentralen 'Projekt der Moderne', welches ein Zusammenleben von freien und gleichen Menschen ermöglichen sollte, zeitigt zwischenzeitlich immer mehr Konsequenzen, auf die viele Menschen nicht mehr mit weiterem Freisetzungsbedarf, sondern mit einiger Sehnsucht reagieren nach eben dem, dessen Negation diese Entwicklung ursprünglich ermöglicht hat: nach der Sicherheit gemeinschaftlichen Zusammenlebens, welche aus dem 'Vertrauen ins Unhinterfragte' erwächst. Lotet man angesichts dieser Sehnsucht Chancen zur unter Individualisierungsbedingungen gelingenden Vergemeinschaftung aus, dann entdeckt man diese Chancen durchaus. Allerdings entdeckt man sie in Gemeinschaften eines neuen Typs: Das wesentlichste Unterscheidungsmerkmal dieses neuen Typs von Gemeinschaften gegenüber überkommenen und eingelebten Formen ist augenscheinlich das der Regelung des Eintritts und des Austritts: In die Traditionsgemeinschaft muss man typischerweise entweder hineingeboren sein, oder man muss zumindest mit einem existentiell entscheidenden Schritt in sie hinein konvertieren. In die neuartige, mithin sogenannte posttraditionale Gemeinschaft hingegen tritt man typischerweise freiwillig ein, absichtlich und ohne viel Aufhebens - und ebenso einfach, problem- und folgenlos tritt man auch wieder aus ihr aus. Posttraditionale Gemeinschaften können Mitgliedschaft folglich nicht erzwingen. Sie können zur Mitgliedschaft lediglich verführen. Gleichwohl zeichnet sich unter Individualisierungsbedingungen kein Weg ab, der zurück führt zu Traditionsgemeinschaften. Im Gegenteil: Auch die Restbestände überkommener Milieus wie Nachbarschaft, Kirchengemeinde und sogar Verwandtschaft und Familie müssen zwischenzeitlich eher reflexiv gewählt und 'gemanaged' werden. Posttraditionale Vergemeinschaftung zeichnet sich also dadurch aus, dass sie nicht aus existentiellen Selbstverständlichkeiten oder Notwendigkeiten heraus geschieht, sondern durch eine ästhetische und prinzipiell vorläufige Entscheidung des Einzelnen dafür, jetzt dazuzugehören. All dies legt es analytisch nahe, dieses strukturell unverbindliche Vergemeinschaftungskonzept als Entsprechung des symptomatischen Gesellungsbedarfs individualisierter Einzelner mit grundsätzlich hedonistischer Geisteshaltung zu qualifizieren." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter community; society; traditional society; individualization; individual; social relations; family; neighborhood; freedom; equality; human being; hedonism; voluntariness; membership; kinship; management; layout; conception
Klassifikation Generelle Theorien der Sozialwissenschaften
Methode Dokumentation; normativ
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 33. Kongress "Die Natur der Gesellschaft". Kassel, 2006
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2008
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 5937-5943
ISBN 978-3-593-38440-5
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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