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Kindliche Naturerfahrung als primärer Bildungsprozess und als Basis von Erkenntnis

Children’s experience of nature as a primary education process and as a cognitive basis
[Konferenzbeitrag]

Schumann, Svantje

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-153582

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Eine Entwicklungstendenz des sozialen Wandels besteht darin, dass das bewusste Alltagsleben der Mehrzahl der Bevölkerung heute zunehmend entkoppelt von den Naturkreisläufen geführt wird. Während Kindern bis vor einigen Jahrzehnten die Gelegenheit für unmittelbare Naturerfahrungen bereits durch die agrarisch geprägten Lebensbedingungen geboten wurde, kommt es heute in der kindlichen Entwicklung nicht selbstverständlich zur Begegnung mit der Natur. Immer mehr Untersuchungen zeigen auf, dass gravierende Mängel beim Wissen (z.B. Artenkenntnis) und ein zunehmend geringeres Interesse an der Natur bei den Kindern vorliegen. Befragt man Pädagogen im Umweltbildungsbereich nach ihren Erfahrungen, so zeichnet sich die Tendenz ab, dass die Fähigkeit zum Wahrnehmen von Naturphänomenen auch bei sozusagen 'ganz normal' erzogenen Kindern zu verkümmern scheint. An die Stelle der urwüchsigen Art des Naturerlernens tritt vermehrt ein 'Didaktisieren', d.h. ein sekundäres Lernen, das immer häufiger über den Einsatz von Medien geschieht. Vor diesem Hintergrund stellt sich eine Vielzahl von Fragen, u.a.: Was sind die Eigenarten und Strukturen des Bildungsprozesses 'primäre Naturerfahrung'? Wie wichtig ist 'primäre Naturerfahrung' als Bildungsprozess in Hinblick auf Bildung allgemein? Primäre Naturerfahrungen spielen sich häufig im nicht-sprachlichen Raum ab. In einer Untersuchung mit Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren wurden anhand der Analyse von Videoprotokollen vom Umgang mit der Natur auf die Naturerfahrung wirkende Faktoren und ihre Wirkungsweisen bestimmt. Dabei wurde auch deutlich, welchen Einfluss die primäre Naturerfahrung auf z.B. die Persönlichkeitsentwicklung hat. Wie bestimmte Handlungen auf spezifische Weise motiviert sind und wie sich ein Kind als Naturbeobachter erweist, lässt sich anhand einer solchen Analyse zeigen; dabei wird auch deutlich, warum einige Menschen später die Natur quasi 'mit Füßen treten' und die anderen eine Art 'Liebe zur Natur' besitzen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung führen zu einer entscheidenden Hypothese: dass die primäre Naturerfahrung an sich einen Erfahrungsprozess und einen Erschließungsprozess von Sachwelten darstellt, der die Basis für Bildungsprozesse insgesamt schafft, d.h. dass die primäre Naturerfahrung die 'Mutter aller Bildungsprozesse' ist. Kindliche Naturerfahrung erweist sich als Basis von Erkenntnis überhaupt, als Basis für spätere ästhetische Erfahrung und als Basis für die Persönlichkeitsentwicklung und Eigenstabilisierung." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter Federal Republic of Germany; child; nature; experience; knowledge; environmental education; education; didactics; influence; media; personality development; society; industrial society; knowledge; historical development; perception
Klassifikation Jugendsoziologie, Soziologie der Kindheit; Bildungswesen Primarbereich; Ökologie und Umwelt; Sozialgeschichte, historische Sozialforschung
Methode Dokumentation; empirisch; empirisch-qualitativ; historisch
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 33. Kongress "Die Natur der Gesellschaft". Kassel, 2006
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2008
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 6005-6018
ISBN 978-3-593-38440-5
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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