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Der Fall der Geburtenrate : ein Fall für Darwin, Luhmann oder Frau Minister von der Leyen?

The case of the birth rate : a case for Darwin, Luhmann or Minister von der Leyen?
[Konferenzbeitrag]

Hondrich, Karl Otto

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-153345

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "In der politischen und wissenschaftlichen Diskussion des Geburtenrückgangs gibt es einen Konsens über zwei normative Vorannahmen: Es würden zu wenig Kinder geboren; und es würde politisch zu wenig dagegen getan. Entsprechend konzentrieren sich auch die soziologischen Beiträge zum Thema auf politisch - scheinbar - beeinflussbare Gründe: Motive der Individuen, strukturelle Konfliktlagen, z.B. Unvereinbarkeit von Familie und Beruf, und kulturelle Faktoren wie Säkularisierung, Individualisierung, Mutterbilder ... Die Vorannahmen sind fragwürdig, die Erklärungen greifen zu kurz. Sie bewegen sich in der Regel im nationalen Rahmen. Der Fall der Geburtenrate aber ist global und trifft traditionelle und industriell nachziehende Gesellschaften mittlerweile stärker als postindustrielle. Er lässt sich interpretieren als Umstellung des Reproduktionsmodus der menschlichen Spezies: von vielen, riskant und kurz lebenden auf wenige, relativ sicher und lang lebende Individuen; und von biologisch gesteuerter, quantitativer auf soziokulturell gesteuerte, qualitative Evolution. Deren Erfolg misst sich nicht an Größe und Bestand von Populationen, sondern an Bestand und Problemlösungsfähigkeit von sozialen Systemen. Als funktionale Systeme kristallisieren sie sich um bestimmte Leitwerte (Produktivität für die Wirtschaft, Liebe für die Familie, Macht für die Politik) und stabilisieren sich trotz weiter fallender Geburtenraten, ja erzwingen diese sogar. Eine wichtige Rolle spielt dabei die weltweite Arbeitsteilung zwischen produktiven und reproduktiven Kulturen. Diese 'Weltkultur' in Verbindung mit der Kultur der funktionalen Systemdifferenzierung nimmt, in ihrer Unverfügbarkeit, den Charakter einer zweiten, sozialen Natur an. Sie steuert den Fall der Geburtenrate. Familien- und Geburtenpolitik als voluntaristische Gegensteuerung folgt dagegen einem kulturalisierten biologistischen Reflex, wonach mehr Nachkommen besser seien als wenige. Sie hat nicht nur die Selbststeuerung der übrigen Systeme, sondern auch die soziokulturelle Evolution gegen sich. Der Ausgang ist ungewiss. Ob und wann aus dem Fall der Geburtenrate ein Anstieg wird, liegt nicht an 'richtiger' Politik, sondern an nicht intendierten und schwer einsehbaren Mechanismen sozialer Selbststeuerung." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter Federal Republic of Germany; birth trend; declining birth rate; family policy; number of children; evolution; social system; problem solving; world population; steering; self-regulation; sociocultural factors; example; Darwin, C.; Luhmann, N.
Klassifikation Familiensoziologie, Sexualsoziologie; Bevölkerung; Familienpolitik, Jugendpolitik, Altenpolitik
Methode Dokumentation
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 33. Kongress "Die Natur der Gesellschaft". Kassel, 2006
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2008
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 405-411
ISBN 978-3-593-38440-5
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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