More documents from Boatca, Manuela

Export to your Reference Manger

Please Copy & Paste
Bibtex-Export
Endnote-Export

       

Diskriminierung in der 'longue durée' : von der Notwendigkeit der Kontextualisierung von Strukturproblemen

Discrimination in the 'longue durée' : the need to contextualize structural problems
[conference paper]

Boatca, Manuela

fulltextDownloadDownload full text

(172 KByte)

Citation Suggestion

Please use the following Persistent Identifier (PID) to cite this document:http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-152229

Further Details
Corporate Editor Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Diskriminierung auf der Grundlage von Rasse, Ethnie, Geschlecht, Herkunft, körperlicher Verfassung oder Bildungsniveau ist ein Kennzeichen der westlichen Moderne. Das für moderne Nationalstaaten charakteristische Gewaltmonopol übte nicht nur eine Schutzfunktion in Bezug auf das Leben und Eigentum der Staatsbürger aus, sondern verfügte darüber hinaus über die Definitionsmacht, die Kriterien der Zugehörigkeit zur nationalen Gemeinschaft festlegte und dabei Gewalt gegenüber Nicht-Staatsbürgern legitimierte. Das Versprechen der Vollinklusion wurde damit auf paradoxe Weise 'eingelöst': Teilhabe an der durch den Staat vergebenen, homogenen kulturellen Identität hatte das Staatsmandat zur Befriedung sozialer Binnenräume, das jedoch häufig mit dem gewaltsamen Ausschluss der kulturell 'Anderen' einherging, zur Voraussetzung. Vor dem Hintergrund der systematischen 'Erfindung des Anderen' im Zuge der Produktion und Aufrechterhaltung der rationalen gesellschaftlichen Ordnung, die sich die Moderne zur Aufgabe gesetzt hatte, erscheinen Diskriminierungsstrategien als Kehrseite der 'Projektes der Moderne' und deshalb für diese historische Epoche nicht minder konstitutiv als ihre erklärten Ziele. Im Beitrag wird die These vertreten, dass die Diskriminierung von Migranten und ethnischen Minderheiten der gleichen Inklusion/ Exklusions-Logik folgt, die das Identitätsbildungsprojekt moderner Nationalstaaten an die Pathologisierung der (Rechts)Subjekte in den außereuropäischen Kolonien koppelte, und als solche ein strukturelles Problem des modernen Weltsystems mit unterschiedlichen kontextuellen Ausprägungen darstellt. Die unterschiedliche historische Kontextualisierung von Diskriminierungspraktiken wird am Beispiel der soziokulturell und programmpolitisch divergierenden Besetzung des nationalen Selbstverständnisses als 'Einwanderungsland' in Deutschland und den USA und deren Auswirkungen für den Umgang mit Migranten und ethnischen Minderheiten diskutiert." (Autorenreferat)
Keywords Federal Republic of Germany; United States of America; immigration country; immigration policy; international comparison; discrimination; historical analysis; nation state; monopoly on violence; national state; citizenship; migrant; inclusion; exclusion; ethnic group; minority; identity formation; national politics; self-concept; North America
Classification General Sociology, Basic Research, General Concepts and History of Sociology, Sociological Theories; Migration, Sociology of Migration; General History
Method documentation; historical
Free Keywords Bundesrepublik Deutschland; USA; Einwanderungsland; Einwanderungspolitik; internationaler Vergleich; Diskriminierung; historische Analyse; Nationalstaat; Gewaltmonopol; Staat; Staatsangehörigkeit; Migrant; Inklusion; Exklusion; ethnische Gruppe; Minderheit; Identitätsbildung; nationale Politik; Selbstverständnis; Nordamerika; Sektionssitzungen; Sektion Migration und ethnische Minderheiten: Diskriminierung - Theoriebildung und empirische Forschung;
Collection Title Die Natur der Gesellschaft: Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel 2006. Teilbd. 1 u. 2
Editor Rehberg, Karl-Siegbert
Conference 33. Kongress "Die Natur der Gesellschaft". Kassel, 2006
Document language German
Publication Year 2008
Publisher Campus Verl.
City Frankfurt am Main
Page/Pages p. 2018-2027
ISBN 978-3-593-38440-5
Status Published Version; reviewed
Licence Deposit Licence - No Redistribution, No Modifications
top