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Nur die Liebe zählt - zum Verhältnis von Fernsehen und Kandidaten

[Sammelwerksbeitrag]

Reichertz, Jo

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-17636

Weitere Angaben:
Abstract Der kommunikationswissenschaftliche Beitrag beschäftigt sich mit der Show 'Nur die Liebe zählt', die auf RTL von K. Pflaume moderiert wird. Die Sendung wendet sich in erster Linie an ein jüngeres Publikum (15-30 Jahre). Vor einem kleinen Studiopublikum präsentiert der Moderator etwa eine Stunde lang Menschen aus dem wirklichen Leben, die glauben, mit Hilfe dieser Sendung ihre privaten Beziehungen besser gestalten zu können. Als Mitspieler bewerben kann sich jeder Mann bzw. jede Frau (halbwegs gut aussehend), der/die verschiedene Handlungsprobleme in Sachen Liebe lösen möchte. Als Fallbeispiel wird die Geschichte von Manuela und Jörg herangezogen, die am 03. November 1993 zu Gast in der Sendung waren. Den methodologischen und methodischen Bezugsrahmen der Interpretation bilden die Prämissen einer hermeneutischen Wissenssoziologie. Ausgangspunkt dieser hermeneutischen Wissenssoziologie ist nun, dass Handlungen, egal wie abwegig und verrückt sie auf den ersten Blick erscheinen mögen, nicht vor der Analyse als pathologisch oder als Ausdruck eines wie auch immer falschen Bewusstseins denunziert werden, sondern es wird bis zum Beweis des Gegenteils erst einmal unterstellt, dass ein Verhalten, das sich im Alltag herausgebildet hat, eine in gewisser und nicht trivialer Weise sinnvolle Reaktion auf ein Handlungsproblem darstellt. Den Autor hingegen interessiert die Frage, was die Menschen mit dem Medium machen, oder genauer: für welche Zwecke Akteure die Medien nutzen, indem sie in den Medien auftreten. Es geht also hier vor allem um die Akteure, die Kandidaten und Mitspieler, die das Medium zur Gestaltung, Bereicherung oder zur Veränderung ihres Lebens (zu) nutzen (glauben). Es geht um den Gebrauch des Mediums Fernsehen. Die Frage ist also: Welchen Nutzen haben Manuela (und Jörg) davon, dass sie der bundesweiten Veröffentlichung einer für beide sehr schmerzlichen Situation zustimmen? Manuela hat ihren Freund Jörg mehrfach betrogen, zeigt Reue und hofft nun auf Vergebung ihrer Fehltritte. Jörg aber spricht sie nicht frei, er verweigert ihr die Absolution und die Wiederaufnahme (in seine Arme und sein Herz). Er verstößt die reuige, aber rückfällige Sünderin. Indem Manuela den für sie zutiefst schmerzhaften, weil gescheiterten Versuch zur Erlangung von Vergebung zur Ausstrahlung dennoch freigibt, sucht sie weiter nach Vergebung und Erlösung. Allerdings hat sie sich einen neuen, gnädigeren und möglicherweise einen für ihre Zwecke geeigneteren Beichtvater ausgesucht: das Fernsehen bzw. seinen Vertreter auf Erden, den Moderator. (ICG2)
Thesaurusschlagwörter love; television broadcast; television; hermeneutics; partner relationship; partnership; moderator; action; everyday life; life assistance; media behavior; utilization; media
Klassifikation Rundfunk, Telekommunikation; Medieninhalte, Aussagenforschung
Methode empirisch; empirisch-qualitativ; Theorieanwendung
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Kulturinszenierungen
Herausgeber Müller-Doohm, Stefan; Neumann-Braun, Klaus
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1995
Verlag Suhrkamp
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 114-140
Schriftenreihe Edition Suhrkamp , Neue Folge, 937
ISBN 3-518-11937-0
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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