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Evolutionäre Psychologie im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Ethik

Evolutionary psychology between research, society, and ethics
[Zeitschriftenartikel]

Rindermann, Heiner

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-17509

Weitere Angaben:
Abstract Der Ort der evolutionären Psychologie im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Ethik wird erörtert. In verschiedenen evolutionären Ansätzen wird versucht, menschliches Verhalten, Denken und Erleben als funktionale Größe zu erklären, die unter evolutionshistorischen Bedingungen durch Selektion als adaptive Struktur entstanden ist; überdauert haben jene Merkmale, die am besten zur Weitergabe von Genen unter gegebenen Umweltbedingungen und in erfolgreicher Anpassung an diese beitragen konnten. Dieses Forschungsparadigma stieß auf Kritik. Auseinandersetzungen werden anhand der Untersuchung von Lüge und Moral bei Tier und Mensch (Sommer), der ethnologischen Forschung zu Aggressivität bei Stammesgesellschaften (Chagnon) und der Forschung über Geschlechtsbeziehungen (Trivers/Buss) exemplifiziert. Als Auslöser werden die Übersetzung von Gut-Schlecht-Sollens-Dichotomien in evolutionshistorische und funktionale Wahr-Falsch-Erklärungs-Dichotomien und der ubiquitäre Erklärungsanspruch herausgearbeitet. Probleme, Grenzen und Chancen evolutionärer Ansätze werden aus binnen- und metawissenschaftlicher Perspektive diskutiert.

In different evolutionary approaches human behavior, mind and experience/ feeling are analysed as a functional dimension – developed under evolutionary conditions through selection as an adaptive structure; those features have survived, that could best contribute to the transmission of genes under given environmental conditions and in the successful adaptation to them. That paradigm of research provoked criticism. Different aspects of the discussion are exemplified by studies about lie and morality/ ethics in animals and humans (Sommer), the ethnological research about aggressiveness in tribal societies (Chagnon) and the research about mating strategies (Trivers/ Buss). The translation of ethical Good-and-bad-dichotomies into evolutionary and functional True-and-false-dichotomies and the ubiquitary explanation demand are brought out as a trigger. Problems, limits and chances of evolutionary approaches are discussed under scientific and meta-scientific perspectives.
Klassifikation Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsphilosophie, Wissenschaftslogik, Ethik der Sozialwissenschaften; Allgemeines, spezielle Theorien und Schulen, Methoden, Entwicklung und Geschichte der Psychologie
Freie Schlagwörter 2100 General Psychology, Theoretische Orientierung, 1220 theoretical discussion, evolutionary psychology, dichotomy between sociobiology & anthropology & society & ethics
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2003
Seitenangabe S. 331-367
Zeitschriftentitel Journal für Psychologie, 11 (2003) 4
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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