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Zum Wandel der generellen gesellschaftlichen Erwartungen an Arzt und Patient

Change in the general social expectations of physicians and patients
[Konferenzbeitrag]

Borgetto, Bernhard

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-144096

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Die Bestimmung der generellen gesellschaftlichen Erwartungen an Arzt und Patient, die deren Rollen handeln leiten (sollen), durch Talcott Parsons wurden vielfach kritisiert. In der Folge wurden weitere Modelle von Arzt-Patient-Beziehungen entwickelt, bislang wurde jedoch kein Versuch unternommen, die generellen gesellschaftlichen Rollenerwartungen als Rahmen für das soziale System der Arzt-Patient-Rollen systematisch weiterzuentwickeln. Der Vortrag versucht, die Veränderungen dieser Erwartungenan Arzt und Patient in Deutschland nachzuzeichnen und damit die Grundlage für eine Neubestimmung der Arzt-Patient-Beziehung als soziales System zu entwickeln. Grundsätzlich ist festzustellen, dass nicht nur das faktische Handeln von Arzt und Patient von den Parsons'schen Erwartungen vielfach abweicht, sondern dass es auch Anzeichen für einen Wandel der generellen gesellschaftlichen Erwartungen gibt. Zu nennen sind die öffentlichen Diskussionen um die Partnerschaft zwischen Arzt und Patient, um Shared-Decision-Making und um die Rolle des Patienten als Kunden; gesteigerte Rationalitätserwartungen an das Patientenverhalten auf der Basis einer immer besseren Aufklärung des Zusammenhangs von Lebensstil und Gesundheitszustand; die zunehmende Zuweisung von Verantwortung für den eigenen Gesundheitszustand; und die Versuche, die Verhaltensweisen von Ärzten und Patienten immer mehr durch finanzielle Anreize zu steuern. Die Rollenerwartungen nach Parsons in ihrer Verschränktheit als soziales System waren darauf angelegt, bestimmte Verhaltensweisen zu stabilisieren und sich gegenseitig zu begrenzen. Dieses Ineinandergreifen der Rollenbeziehungen erscheint angesichts der beschriebenen Entwicklungen brüchig. Es scheint an der Zeit, die gesellschaftlichen Erwartungen an Arzt und Patient als soziales System theoretisch und konzeptionell neu zufassen und zu prüfen, inwieweit ein neues, aufeinander abgestimmtes soziales System der Arzt-Patient-Beziehung entsteht oder dieses System aufgrund seiner brüchig werdenden Rahmenerwartungen instabil zu werden droht." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter physician; physician-patient relationship; patient; Parsons, T.; criticism; expectation; role; Federal Republic of Germany; social change; behavior; customer; health status; responsibility; social system
Klassifikation Medizinsoziologie
Methode praktisch-informativ
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Soziale Ungleichheit, kulturelle Unterschiede: Verhandlungen des 32. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in München. Teilbd. 1 und 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 32. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie "Soziale Ungleichheit - kulturelle Unterschiede". München, 2004
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2006
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 1965-1975
ISBN 3-593-37887-6
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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