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Das Sonderwissen klinischer Ethikexperten und sein Verhältnis zum medizinischen Professionswissen

Special knowledge of clinical ethics experts and its relationship with knowledge of the medical profession
[Konferenzbeitrag]

Sulilatu, Saidi

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-143060

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "In den letzten Jahren ist die Einrichtung klinischer Ethikkomitees wie eine Welle aus den Vereinigten Staaten nach Europa und Deutschland geschwappt. Diese Komitees haben von ihrer formellen Ausrichtung her - im Gegensatz zu medizinischen Ethikkommissionen - eine beratende Funktion für Patienten wie für medizinisches Personal in ethisch problematischen Fällen. Als drei Hauptaufgaben klinischer Ethikkomitees wird in der einschlägigen Literatur zwischen Entwicklung von Leitlinien für wiederkehrende ethische Dilemmata, Schulung des medizinischen Personals in ethischen Fragen sowie Besprechung und Beratung ethischer Problemfälle unterschieden. Die Institution eines Komitees erscheint als eine Reaktion auf Problemlagen im klinischen Alltag, die entweder als neu wahrgenommen werden - hier wäre vor allem an einen steigenden Druck bisher ungekannter Entscheidungssituationen zu denken, die durch technischen Fortschritt und Möglichkeitszuwachs in der medizinischen Wissenschaft aufgeworfen werden - oder aber für die bisher im Krankenhaus übliche Lösungen fraglich bis obsolet geworden sind. Das interdisziplinäre DFG-Projekt 'Ethik und Organisation' an den Universitäten München (Prof. Nassehi/ Prof. Schibilsky) und Göttingen (Prof. Anselm) hat in einem methodischen Dreischritt (biographische Interviews, teilnehmende Beobachtung, Experteninterviews) umfangreiches Material u.a. zu der Frage erhoben, wie es den Mitgliedern der klinischen Ethikkomitees gelingt, ein ethisches Sonderwissen im Krankenhauszu beanspruchen und zu etablieren, über das in Beratungen im Komitee und auf Station Beratungsautorität hergestellt wird. Der Vortrag will zeigen, dass dieses Wissen der Ethikexperten stets das Problem lösen muss, wie es sich von Begründungen und Deutungshoheiten des klassischen medizinischen Professionswissens abgrenzen und sich gegenüber diesen behaupten kann. Die Ethikkomitees dringen dabei als formelle Struktur in den Bereich des Arzt-Patienten-Verhältnisses ein, das traditionell als besonderes lebensweltliches Vertrauensverhältnis zwischen professionellem Mediziner und seinem Klienten gedacht wird. Es ist ein Professionalisierungsprozess zu beobachten, in dem Ethik als Begründungs- und Reflexionswissen den Exklusivitätsanspruch der Medizin im Zugang zum Patienten aufzuweichen beginnt." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter ethics; knowledge; hospital; medicine; expert; board; counseling; patient; professionalization
Klassifikation Wissenssoziologie; Philosophie, Theologie
Methode empirisch; empirisch-qualitativ
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Soziale Ungleichheit, kulturelle Unterschiede: Verhandlungen des 32. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in München. Teilbd. 1 und 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 32. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie "Soziale Ungleichheit - kulturelle Unterschiede". München, 2004
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2006
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 3167-3173
ISBN 3-593-37887-6
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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