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Vom kompetenten Umgang mit Sachunverstand vor Gericht : zum professionellen Sonderwissen von Richtern

Competent handling of the lack of expertise in court : special professional knowledge of judges
[Konferenzbeitrag]

Berndt, Thorsten

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-143057

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Wissen um die Gesetze und ihre herrschende Auslegung, aber auch insbesondere der Verfahrensregeln dazu, ist in der modernen Gesellschaft, die sich durch eine zunehmende Verrechtlichung aller eben auch alltäglichen Bereiche auszeichnet, zu einem immer wichtigeren Gut geworden. Die Kenntnis oder die finanzielle Ausstattung zum Einkauf dieses Wissens, stellt einen Vorteil für Individuen dar, um ihre Interessen im gesellschaftlichen Mit- und Gegeneinander durchzusetzen. Bildung in diesem spezifischen Bereich und die materiellen Ressourcen erzeugen aus dieser Sicht soziale Ungleichheit im Kontext der Chancen des Individuums als 'Kunde' der Justiz. Wer sich beispielsweise in Zivilstreitigkeiten keinen Anwalt leisten will oder kann und nicht zu den Rechtskundigen gehört, wird auch eher nicht das Wissen um eine Prozesskostenhilfe zu seinen Gunsten verstehen oder nutzen können. Er wird u.U. nicht wissen, dass es für ihn von finanziellem Vorteil sein kann, wenn ein Richter ihm sagt, dass es besser ist die Klage zurückzunehmen oder keinen Widerspruch einzulegen, obwohl sich der Bürger dabei ungerecht behandelt fühlen mag. Der Richter muss sich im Laufe seiner Berufsjahre ein spezielles professionelles Sonderwissen um die Handhabung mit den aus dem Unwissen der juristischen Laien ums Recht entstehenden Übersetzungsproblemen aneignen. Von Rüdiger Lautmann sind uns die Begebenheiten berichtet worden, die den Akteur im Gerichtsspiel als reinen durch die Anforderung der Prozessordnung festgelegten Rollenspieler darstellt. Der Unkundige hat sich dann einzufügen. Wie wird an den heutigen Gerichten damit umgegangen, dass zwischen der Lebenswelt der so genannten 'Naturparteien' und der Praxis, dem höchst differenzierten Gerichtsprozess mit seiner dominierenden Normlogik, eine Übersetzungsleistung zu vollbringen ist? Auf welche Arten setzen Richterinnen zwei oder mehrere Welten miteinander in Beziehung und werden gewahr, dass ihre jeweiligen Situationsdefinitionen in der Folge Ungleichheit verstärken oder abmildern? Anhand empirischer Daten aus der alltäglichen Berufspraxis soll der richterlichen Perspektive in diesem Bereich der gerichtlichen Interaktion nachgespürt werden, um dieses professionelle Sonderwissen zu rekonstruieren." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter judge; knowledge; act; professionalization; social inequality; layperson; social actor; occupational practice; court
Klassifikation Wissenssoziologie
Methode empirisch; empirisch-qualitativ
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Soziale Ungleichheit, kulturelle Unterschiede: Verhandlungen des 32. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in München. Teilbd. 1 und 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 32. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie "Soziale Ungleichheit - kulturelle Unterschiede". München, 2004
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2006
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 3174-3182
ISBN 3-593-37887-6
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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