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Der Mensch = imago machinae?

The human being = imago machinae?
[Zeitschriftenartikel]

Meyer-Drawe, Käte

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-17333

Weitere Angaben:
Abstract Menschen gewinnen das Verständnis ihrer selbst stets auf Umwegen. Eine unmittelbare Selbstbegegnung ist ihnen versagt. Auf diesen Umwegen werden Ebenbilder unterschiedlicher Art in Anspruch genommen. So spiegelt sich der Mensch in seinen Göttern, um seiner irdischen Ohnmacht zumindest illusionär zu entkommen. Diese Bilder sind nicht ungefährlich, nehmen sie doch nach und nach immer mehr menschliche Züge an und sind deshalb auf dem Wege, ihren Dienst als Idole aufzugeben. Vor allem die Maschine, die spätestens seit Beginn der Neuzeit zu einem nächsten Ebenbild aufrückte, steht in dieser Gefahr. Als Geist- und Körpermaschine fungiert sie als Faksimile des Menschen. Sie repräsentiert den vermeintlichen Zustand seiner eigenen Vollkommenheit. Die Körpermaschine erleidet dabei dasselbe Schicksal wie der menschliche Leib selbst. Sie wird in ihrer Bedeutung minimiert und marginalisiert. Solange sich der Mensch als pure Geistmaschine imaginiert, wird er sich "verrechnen", da es für ihn kein Denken ohne Leib gibt, es sei denn um den Preis seines Verschwindens.

Human beings cannot achieve an understanding of themselves without the help of images. Thus every interpretation of their existence has something of a semantic detour. The most prominent images in the history of human self-interpretations are divine beings and machines. However, inasmuch as those symbols are more and more drawn into those self-interpretations they paradoxically loose their semantic power to shape meaningful stories of the human fate. Since early modernity it is above all the machine which attracts human interest and serves as a mirror of human fantasies. In the course of its cultural history the mutual assimilation of man and machine increasingly dominates the self-understanding of the former. The machine comes to represent a concrete possibility to realize man's dream of existential perfection. Mind and body are said to be redeemed by being transfigured into sophisticated machines. However, this doesn't provide any substantial change for the traditional role of the body. Even as body-machine it remains marginalized. In contrast to this, it has to be pointed out with Nietzsche that man is mistaken as long as she interprets herself as a pure mind-machine. For her it is impossible to think without a body, unless at the expense of her fading.
Klassifikation Philosophie, Theologie
Freie Schlagwörter 2630 Philosophy, Modernisierung, 1220 theoretical discussion, machine as metaphor of human being, mind machine & body machine, fantasies of perfection
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2004
Seitenangabe S. 102-114
Zeitschriftentitel Journal für Psychologie, 12 (2004) 2
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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