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Klasse und Klassengesellschaft : zur Entkopplung zweier Begriffe

Class and class society : decoupling of two concepts
[Konferenzbeitrag]

Kieserling, André

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-142050

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract Die seit Jahrzehnten geführte Diskussion über den Sinn von Begriffen wie Klasse und Klassengesellschaft ist völlig unzureichend, und zwar vor allem deshalb, weil sie zwischen diesen beiden Begriffen nicht deutlich genug unterscheidet. So schlägt der Autor vor, zwischen Klasse und Klassengesellschaft deutlicher zu differenzieren. Man wird sich rasch darauf einigen können, dass der Klassenbegriff, in welcher Definition auch immer, soziale Einheiten bezeichnet, die in der Gesellschaft vorkommen. Gesellschaft ist demgegenüber der Begriff für die umfassendste soziale Einheit. Also enthält die Gesellschaft nicht nur die Klassen, sondern auch alle anderen sozialen Einheiten: alle Interaktionen, alle Organisationen, alle sozialen Bewegungen usw. Mit dem Begriff einer Klassengesellschaft kann man vor diesem Hintergrund zwei verschiedene Bedeutungen verbinden: Entweder er wird eingesetzt, um das schlichte Faktum zu bezeichnen, dass es sich um eine Gesellschaft handelt, in der Klassen vorkommen und reproduziert werden - neben jenen anderen sozialen Einheiten, die ebenfalls vorkommen und ebenfalls reproduziert werden. Der Begriff ist dann aber theoretisch nicht sehr ergiebig. Jede anspruchsvollere Verwendung des Begriffs einer Klassengesellschaft muss sich auf das Verhältnis der Klassen zu jenen anderen sozialen Einheiten beziehen, die ebenfalls vorkommen und reproduziert werden. Und sie muss den Ehrgeiz haben, die Struktur dieser Einheiten auf das Klassenverhältnis selber zurückzuführen. Nicht die bloße Existenz sozialer Klassen sollte man also mit dem Begriff einer Klassengesellschaft belegen, sondern den Anspruch auf gesamtgesellschaftliche Zentralität der Klassenstruktur. Bei der Suche nach einer Theorie, die diesen starken Begriff tragen könnte, wird auf das Überbautheorem von K. Marx hingewiesen. In den Autonomieansprüchen der Funktionssysteme - ob nun Religion oder Staat oder Kunst - sieht Marx nur den Überbau einer Klassengesellschaft. Die weiteren Ausführungen zeigen auf, dass die postmarxistische Theorieentwicklung, was immer sie mit Hinblick auf Schichtung besagen mag, das Überbautheorem ruiniert hat. Seither befindet sich die Hypothese der Klassengesellschaft in einem Zustand theoretischer Obdachlosigkeit. Während man Marx in der Tat für die These zitieren kann, die moderne Gesellschaft sei eine Klassengesellschaft, würde dies schon bei M. Weber und erst recht bei P. Bourdieu nicht funktionieren. (ICG2)
Thesaurusschlagwörter theory of society; class society; Marx, K.; social class; sociological theory; social structure; social inequality; class consciousness
Klassifikation Allgemeine Soziologie, Makrosoziologie, spezielle Theorien und Schulen, Entwicklung und Geschichte der Soziologie; Soziologie von Gesamtgesellschaften
Methode deskriptive Studie
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Soziale Ungleichheit, kulturelle Unterschiede: Verhandlungen des 32. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in München. Teilbd. 1 und 2
Herausgeber Rehberg, Karl-Siegbert
Konferenz 32. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie "Soziale Ungleichheit - kulturelle Unterschiede". München, 2004
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2006
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 4425-4436
ISBN 3-593-37887-6
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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