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Die Dialektik von Kollektivierung und Individualisierung : am Beispiel der Paarbeziehung

The dialectics of collectivization and individualization : using the couple relationship as an example
[Konferenzbeitrag]

Hondrich, Karl Otto

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-140078

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Kein anderer Begriff hat sich zur Kennzeichnung von gesellschaftlicher Modernisierung und Fortschritt so selbstverständlich durchgesetzt wie der der Individualisierung - verstanden als 'Freisetzung von traditionalen Bindungen'. Vertreter der 'Individualisierungsthese' meinen damit in der Regel, daß Herkunftsbindungen durch neue, selbstgewählte Bindungen ersetzt werden. Ihre Vision ist die einer Gesellschaft, die ihre Grundstruktur von herkunftsbestimmten auf frei gewählte Kollektivitäten umstellt. Sozialen Zwang gäbe es demzufolge nur noch als Restbestand von Traditionen, als strukturelle Randbedingungen und als Zwang zur Wahl. Versucht man Individualisierung phänomenologisch anhand konkreter Prozesse - zum Beispiel Bildung und Trennung von Paaren - nachzuzeichnen, dann erweist sich die Vision als Illusion: jeder Schritt zur Individualisierung impliziert - offen oder verdeckt, beabsichtigt oder unbeabsichtigt, sogleich oder später, in demselben oder in einem weiter gespannten sozialen Gebilde - auch Prozesse der Kollektivisierung. Das individuelle Handeln nach freier Wahl führt zu kollektiven Strukturen, die die freie Wahl einschränken. In diesem Sinne verhalten sich neue Kollektivitäten, die in Individualisierungsprozessen entstehen, genauso einschränkend, traditionalistisch und traditionsbildend wie die alten auch. Aber auch in einem viel konkreteren Sinne fährt Individualisierung in alte Kollektivitäten zurück: die Individuen wählen ihre alten Herkunftsbindungen neu, weil sie keine andere oder keine bessere Wahl haben. Daß aus dem dialektischen Zusammenhang von Individualisierung und Kollektivisierung nur der Begriff der Individualisierung herausgegriffen und zum Signum der Moderne gemacht wurde, ist das eigentlich zu erklärende Problem. Wie kommen ausgerechnet Soziologen dazu, ein solch individualistisch halbiertes Verständnis von Modernität zu entwickeln? Warum hat Individualisierung als Illusion einen solchen gesellschaftlichen Erfolg? Und was ist die Zukunft dieser Illusion? In meinem Beitrag werde ich Antworten auf diese Fragen suchen." (Autorenreferat)
Thesaurusschlagwörter social relations; partnership; friendship; individualization; partner relationship; role play; role taking; divorce
Klassifikation Sozialpsychologie
Methode deskriptive Studie
Titel Sammelwerk, Herausgeber- oder Konferenzband Differenz und Integration: die Zukunft moderner Gesellschaften ; Verhandlungen des 28. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Dresden 1996
Herausgeber Hradil, Stefan
Konferenz 28. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Soziologie "Differenz und Integration. Die Zukunft moderner Gesellschaften". Dresden, 1996
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1997
Verlag Campus Verl.
Erscheinungsort Frankfurt am Main
Seitenangabe S. 298-308
ISBN 3-593-35852-2
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
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