More documents from Voronkov, Viktor

Export to your Reference Manger

Please Copy & Paste
Bibtex-Export
Endnote-Export

       

Armut und Armutsforschung in Rußland

Poverty and poverty research in Russia
[conference paper]

Voronkov, Viktor

fulltextDownloadDownload full text

(444 KByte)

Citation Suggestion

Please use the following Persistent Identifier (PID) to cite this document:http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-138825

Further Details
Corporate Editor Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Abstract "Im Vortrag wird das theoretische Vakuum erläutert, in dem sich die Armutsforscher in den postsozialistischen Ländern befinden. Dies liegt zum einen an der geringen Vertrautheit mit den theoretischen Diskussionen im Westen, zum anderen daran, daß bei einer Ähnlichkeit äußerer Erscheinungsformen Armut in Rußland und in den Ländern mit entwickelter Marktwirtschaft sehr unterschiedlich ist und keiner einheitlicher Messung unterzogen werden kann. Unterschiedliche methodische Ansätze in Rußland selbst bedingen eine große Bandbreite des vermuteten Armutsausmaßes: zwischen acht bis 80 Prozent der Bevölkerung werden als 'arm' bezeichnet. Die verwendeten Methoden, die auf die Traditionen der sowjetischen Soziologie zurückzuführen sind, verabsolutieren quantitative Messungen. Ausführungen aus Ergebnisanalysen von Massenumfragen spiegeln dagegen die 'Parteilichkeit' der Forscher wider. Ein großer Teil der Einkommen der verschiedenen sozialen Gruppen werden weder von der Statistik erfaßt noch von den Wissenschaftern, die sich mit der Schattenwirtschaft beschäftigen. Schon aus diesem Grunde wird das Armutsausmaß sehr stark übertrieben, ganz unabhängig von den angewandten Methoden. Die meisten gegenwärtig beobachtbaren Überlebensstrategien sind mit Beschäftigungen im informellen Sektor verbunden. Dennoch wird dieser Umstand von den Soziologen ignoriert, insbesondere deshalb, weil qualitative Methoden der Sozialforschung entweder unbekannt sind oder abgelehnt werden. Die offizielle Statistik und bisherige Forschungsergebnisse ergeben völlig unangemessene Vorstellungen über Armut und folglich über soziale Ungleichheit und die sich erneuernde Sozialstruktur in der Transformationsgesellschaft. Dazu kommt, daß die Forschung durch einige etablierte Forschungsgruppen monopolisiert wird, auf deren ausgesprochen politisierter Tätigkeit das geläufige Bild über Armut in Rußland beruht. Auch die Übertragung von Modellen, die anhand der Beobachtung westlicher Gesellschaften erarbeitet wurden, wirkt sich negativ auf die Theoriebildung - und letztlich auf die politische Entscheidungsfindung - aus." (Autorenreferat)
Keywords poverty; research; Russia; Eastern Europe; post-socialist country; population; survival strategy; informal sector; social inequality; transformation; social structure; USSR successor state
Classification Social Problems
Method descriptive study
Free Keywords Armut; Forschung; Russland; Osteuropa; postsozialistisches Land; Bevölkerung; Überlebensstrategie; informeller Sektor; soziale Ungleichheit; Transformation; Sozialstruktur; UdSSR-Nachfolgestaat; XIV. Sektion Ost- und Ostmitteleuropasoziologie;
Collection Title Differenz und Integration: die Zukunft moderner Gesellschaften ; Verhandlungen des 28. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie im Oktober 1996 in Dresden ; Band 2: Sektionen, Arbeitsgruppen, Foren, Fedor-Stepun-Tagung
Editor Rehberg, Karl-Siegbert
Conference 28. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Soziologie "Differenz und Integration. Die Zukunft moderner Gesellschaften". Dresden, 1996
Document language German
Publication Year 1997
Publisher Westdt. Verl.
City Opladen
Page/Pages p. 379-383
ISBN 3-531-12878-7
Status Published Version; reviewed
Licence Deposit Licence - No Redistribution, No Modifications
top