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Die Autorität des Rechts : eine soziale Kritik prozeduraler Rationalität

The authority of law : a social criticism of procedural rationality
[Zeitschriftenartikel]

Eder, Klaus

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-15382

Weitere Angaben:
Abstract Prozedurale Rationalität ist nicht dem Recht immanent; sie wird ihm zugeschrieben. Ausgehend von dieser Annahme wird in einem ersten Schritt die These expliziert, daß prozedurale Rationalität ein Mittel ist, die Autorität des Rechts in der modernen Gesellschaft trotz der mit der Desillusionierung über die Rechtsideale der Freiheit und Gerechtigkeit verbundenen Auflösung der tradierten Rationalitätsunterstellungen herzustellen und zu reproduzieren. In einem zweiten Schritt wird gezeigt, daß diese Umstellung der rationalen Grundlagen des Rechts damit zusammenhängt, daß das Entwicklungsproblem des modernen Rechts in der Steuerung der im Rechtssystem stattfindenden kommunikativen Prozesse begründet liegt. Das Ungenügen der herrschenden rechtssoziologischen Theorieansätze, den systematischen Zusammenhang zwischen diesen objektiven Reproduktionsbedingungen des modernen Rechts und den symbolischen Reproduktionsbedingungen der Autorität des Rechts zu klären, ist der Ausgangspunkt für den Versuch, in einem dritten Teil diesen Zusammenhang im Rahmen einer Theorie der Praxis des Rechts zu klären. In einem vierten Teil wird eine soziologische Analyse "prozeduralisierter" Rechtspraxis in drei Punkten erläutert: (1) Die Logik egalitär-diskursiver Vergesellschaftung stellt ein latentes Rationalitätspotential bereit, das in der Entwicklung des modernen Rechts nur unter bestimmten Bedingungen mobilisiert wird. (2) In dem Maße, wie in der modernen Rechtsentwicklung das Recht von nichteinlösbaren moralischen Ansprüchen entlastet werden muß, um seine Selbstreproduktion zu sichern, sind Bedingungen gegeben, die den Rückgriff auf prozedurale Rationalität zu einer rationalen Strategie der Rechtspraxis machen. (3) In dem Maße, wie das moderne Recht seine Autorität auf das symbolische Kapital prozeduraler Rationalität gründet, wird es zum Schlüssel für eine Analyse der Reproduktion demokratisch legitimierter Machtverhältnisse. Schließlich werden einige methodologische Konsequenzen aus diesen Überlegungen diskutiert.

Procedural rationality is not inherent in law, but it is socially ascribed to law. Based on this assumption a hypothesis is developed as follows: procedural rationality is a means of generating and reproducing the authority of law in modern society although the legal ideals of freedom and justice used to be legitimized have ceased to serve as standards of legal rationality (part 1). A next step is taken to demonstrate that the change in the rational basis of modern law is bound to a specific problem of development of modern law, namely the control of communicative processes within the legal system (part 2). The failure of socio-legal theories to clarify the relationship between the objective and symbolic conditions of the reproduction of modern law, is the starting point for an attempt to discuss that relationship within a genuinely sociological theory of legal practice (part 3). Such a sociological analysis of a "proceduralized" legal practice is discussed in three respects: (1) The logic of the development of modern society following the principles of egality and discursive rationality offers a potential for rationality, that may - but need not - be mobilized within the development of modern law. (2) To search for procedural rationality as a new legitimizing basis of the law becomes rational to the extent that modern law must be relieved of moral claims that cannot be realized without destruction of the reproductive basis of the law. (3) Procedural law becomes a key factor for the analysis of the reproduction of democratic forms of power inasmuch as modern law is based on the symbolic capital of procedural (part 4). Finally some methodological consequences of this approach are discussed.
Thesaurusschlagwörter development; authority; political governance; legislation; jurisdiction; judicial administration; rationality; law; sociology of law; domination
Klassifikation Kriminalsoziologie, Rechtssoziologie, Kriminologie; Rechtswissenschaft
Methode Grundlagenforschung; Theoriebildung
Freie Schlagwörter prozedurale Rationalität; Prozeduralisierung; Herrschaftskritik
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1987
Seitenangabe S. 193-230
Zeitschriftentitel Zeitschrift für Rechtssoziologie, 8 (1987) 2
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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