@incollection { Eder1990,
title = {Gleichheitsdiskurs und soziale Ungleichheit : zur Frage nach den kulturellen Grundlagen sozialer Ungleichheit in den modernen Klassengesellschaft },
author = {Eder, Klaus },
editor = {Haferkamp, Hans },
pages = {177-208 },
year = {1990 },
publisher = {Suhrkamp },
isbn = {3-518-28393-6 },
url = {http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-14881 },
abstract = {Soziale Ungleichheit ist eines jener Phänomene, die zugleich moralische Entrüstung, politisches Engagement und soziale Analyse mobilisieren. Der Diskurs über Ungleichheit bietet verständlicherweise ein Forum dafür, soziale Benachteiligungen und Unterdrückungen zu thematisieren. Das soziologische Theoretisieren über soziale Ungleichheit fügt diesem Ungleichheitsdiskurs nur mehr eines hinzu: nämlich im Rückgriff auf empirische Daten der einen oder anderen Thematisierung wissenschaftliche Legitimation verleihen. Auch der soziologische Diskurs über Ungleichheit entkommt somit nicht der sozialen Funktion des Ungleichheitsdiskurses: nämlich an der Erzeugung kognitiver Repräsentationen sozialer Ungleichheit mitzuarbeiten. Eine soziologische Analyse, die diese Implikation nicht verdrängen will, muss soziale Ungleichheit als ein Deutungsmuster sozialer Realität begreifen und nach seiner Funktion in der sozialen Realität fragen. Eine solche soziologische 'Objektivierung' des Ungleichheitsbegriffs setzt eine theoretische Perspektive voraus, die den Diskurs über soziale Ungleichheit in der sozialen Realität, die ihn produziert, lokalisiert. Ich möchte die These verteidigen, dass der moderne Ungleichheitsdiskurs von kollektiven Erfahrungs- und Wahrnehmungsweisen der sozialen Welt geprägt ist, die mit dem Aufstieg der bürgerlichen Klasse im 18. Jahrhundert entstanden sind und heute von den Mittelklassen dominiert werden. Die aktuelle Konjunktur der Ungleichheitsforschung in der Soziologie (Kreckel 1983) lässt sich so - provokativ formuliert - als Effekt einer "Verkleinbürgerlichung" der Soziologie erklären.},
}