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Multipolare Rhetorik vs. unilaterale Ambitionen : die Grenzen russischer Außenpolitik

Multipolar rhetoric vs. unilateral ambitions: limits of Russian foreign policy
[Forschungsbericht]

Meister, Stefan

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-129480

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V.
Abstract "Das Eintreten für eine multipolare Weltordnung und gegen einen US-amerikanischen Unilateralismus ist eine Konstante russischer Außenpolitik seit dem Ende des Ost-West-Konflikts. Dabei gelten die Vereinten Nationen als die wichtigste internationale Organisation, um dieses Ziel zu erreichen. Jedoch führt Russlands Bekenntnis zu einer multipolaren Weltordnung nicht zu der Schlussfolgerung, multilateral zu handeln. Im Gegenteil, Moskau verfolgt eine klare Interessenpolitik, die weniger auf Konsens und Kooperation basiert als vielmehr auf Alleingängen und dem so genannten 'nationalen Interesse' Russlands. Multipolarität bedeutet für die russische Führung, dass große Staaten souveräner sind als andere. Damit ist der UN-Sicherheitsrat für Moskau ein 'Club' von souveränen Staaten, die gleichberechtigt in der internationalen Politik agieren. Die Betonung der Bedeutung der UN durch die russische Führung dient nicht zur Stärkung des internationalen Multilateralismus, sondern als Instrument gegen die internationale Dominanz der USA. Während die USA jedoch in der Lage sind, als globaler Akteur aufzutreten, ist Russland nur ein regionaler Akteur mit begrenzten Mitteln. Problematisch an der russischen Außenpolitik erweist sich, dass sie zu stark auf die USA fokussiert und sie sich damit Spielräume für ein konstruktiveres und rationaleres Handeln nimmt. Für die USA ist Russland einer von mehreren regionalen Akteuren, für Moskau ist Washington der Fixpunkt seiner Außenpolitik. Sowohl die Auseinandersetzung um das iranische Nuklearprogramm als auch um den Krieg der NATO gegen die Taliban in Afghanistan wird von Moskau in erster Linie genutzt, um seine Rolle als eigenständiger Akteur zu untermauern. Dass weder eine Schwächung der NATO in Afghanistan noch ein Iran mit Atomwaffen im Interesse Moskaus liegen können, erscheint dabei zweitrangig. Mit dieser Politik macht sich Russland unglaubwürdig und zu einem unzuverlässigen Partner in den internationalen Beziehungen. Diese Tendenz zeigt sich auch am russischen Konzept eines neuen Sicherheitsvertrags für Europa: Dieser soll die bestehende Sicherheitsstruktur in Europa ablösen, ist jedoch vorrangig gegen den Einfluss der USA und der NATO in Europa ausgerichtet. Um so wichtiger erscheint es, Russland klar zu machen, dass sein internationales Engagement willkommen ist, es dabei aber Verantwortung übernehmen muss. Auch wenn Russland ein schwieriger Akteur ist, sollte es soweit wie möglich in bestehende Strukturen eingebunden und mit Moskau neue Instrumente zur Kommunikation und Konfliktlösung ausgehandelt werden. Jedoch ist es nur sinnvoll, mit der russischen Führung einen neuen Sicherheitsvertrag zu verhandeln, wenn die europäischen Staaten eine gemeinsame Position entwickeln. Weiterhin ist bei Fragen der Nichtverbreitung eine enge Abstimmung mit den USA erforderlich. Russland wird nur bereit sein, mit den europäischen Staaten zu kooperieren, wo sich die Interessen beider Seiten decken, bzw. wo die europäische Seite glaubhaft machen kann, dass sie auf die Verletzung eigener Interessen mit Sanktionen reagiert." (Autorenreferat)

"Advocating a multipolar world and against the unilateralism of the US is a constant of Russian foreign policy since the end of the East-West conflict. For Moscow, the United Nations are the most important institution to reach this goal. But Russia's declaration of a multipolar world does not lead to the consequence of multilateral action. On the contrary, Moscow pursues a clear policy which is not based on consensus and cooperation but on the so-called 'national interests' of Russia. Multipolarity means for the Russian leadership that large states are more sovereign than other states. Thus, for Moscow, the UN-Security Council is a 'club' of sovereign states which act on an equal footing in international relations. The emphasis on the importance of the UN by the Russian leadership is not aimed at strengthening international multilateralism, but serves as an instrument against the international dominance of the US. But while the US is able to act as a global player, Russia is only a regional player with limited resources. The problem of Russian foreign policy is that it is too focused on the activities of the US foreign policy, whereby it loses its leeway for more constructive and rational action. For the US, Russia is one of several regional players-for Moscow, Washington is the benchmark of its foreign policy. Both, the nuclear dispute with Iran and the conflict with NATO on its war against the Taliban in Afghanistan are first of all used by Moscow to demonstrate its role as an independent player. That the weakening of NATO in Afghanistan and an Iran with nuclear bombs can not be in the interest of Moscow seems to be secondary. With such policy Russia is perceived as an unreliable partner in international relations. This tendency can also be observed with regard to the Russian proposal of a new security treaty for Europe: The idea should be to substitute the existing security structure in Europe and to create new cooperation mechanisms on the legal principals of the UN. However, the focus of the reform concept is primarily oriented against the influence of the US and NATO in Europe. Although the request to renegotiate the security architecture in Europe can be justified in principle, it is fundamentally questioned by the one-sided orientation against the US influence. Therefore, it seems to be even more important to show Russia that its international involvement is welcome, but only, if it assumes responsibility. Even if Russia is a difficult partner, it should be integrated as much as possible in the existing international structures and if necessary, new instruments of communication and conflict solution should be negotiated with Moscow. It is only useful to discuss a new European security treaty with Russia if the EU states have developed a common strategy on this issue. Furthermore, especially in questions of non-proliferation, a close coordination with Washington is necessary. Russia is only willing to cooperate with European states, if it is on common interests or if the European side clarifies that it will react with tough sanctions if its interests are violated." (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter foreign policy; Russia; UNO; rhetoric; unilateralism; NATO; Georgia; conflict; war; United States of America; international organization; social actor; security; sovereignty; UN Security Council; international relations; international security; world order; pressure-group politics
Klassifikation internationale Beziehungen, Entwicklungspolitik
Methode deskriptive Studie
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2009
Erscheinungsort Berlin
Seitenangabe 20 S.
Schriftenreihe DGAP-Analyse, 3
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
Datenlieferant Dieser Metadatensatz wurde vom Sondersammelgebiet Sozialwissenschaften (USB Köln) erstellt.
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