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Blockierte Demokratie - die Tschechische Republik 20 Jahre nach der Samtenen Revolution

A blockaded democracy - the Czech Republic 20 years after the "Velvet Revolution"
[Arbeitspapier]

Schevardo, Jennifer

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-129339

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Forschungsinstitut der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V.
Abstract "Vor 20 Jahren brach das kommunistische Regime in der damaligen Tschechoslowakei zusammen. Die Begeisterung, die die 'Samtene Revolution' und der anschließende Aufbruch hin zu Demokratie und Kapitalismus auslösten, ist heute jedoch längst erloschen. Die Gesellschaft in der Tschechischen Republik im Jahre 2009 zeigt sich in hohem Maße zerklüftet und verworfen. Die politische Elite und die Bevölkerung sind voneinander entfremdet, die gesellschaftlichen Entscheidungsträger und Protagonisten der Parteien sind zerstritten und unfähig, dauerhaften Konsens zu bilden. Dieser Zustand ist erneut beim Sturz der Regierung Topolánek im März 2009 offenbar geworden, doch sein Entstehen lässt sich über die letzten zwei Jahrzehnte hinweg zurückverfolgen. Das Ende des Kommunismus in der Tschechoslowakei war im Wesentlichen das Ergebnis von Verhandlungen zwischen einem kleinen Kreis von Dissidenten und Vertretern der kommunistischen Partei. Die einfache Bevölkerung lieferte mit täglichen Demonstrationen zwar die passende Kulisse, doch hatte sie auf das Geschehen um den Machtwechsel nur geringen Einfluss. Die Koalitionen der Dissidenten der Novembertage zerfielen sowohl im tschechischen als auch im slowakischen Landesteil schnell. Die Oberhand erlangten Kreise, die machtpragmatisch ihre Ziele verfolgten. In beiden Landesteilen etablierte sich ein offensiver und polarisierender Politikstil, dessen erstes Opfer die staatliche Einheit zum Ende des Jahres 1992 war. Die anschließende Entwicklung in der Tschechischen Republik war von fragilen Regierungen, Streitereien und Skandalen geprägt. Angesichts dieser als undemokratisch wahrgenommenen Vorgänge ging die Unterstützung der tschechischen Bevölkerung für die Transformation rasch zurück. Das Interesse am neuen politischen System und den Chancen, die die Zivilgesellschaft bietet, ließ deutlich nach. Daran änderten auch die fast durchgehend positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes seit Transformationsbeginn sowie der EU-Beitritt nichts. Die labilen politischen Verhältnisse und der allmähliche Verlust des gesellschaftlichen Konsenses stellen heute Blockaden dar, die dringend anstehende Modernisierungsprozesse verhindern. Dazu gehören die weitere Entwicklung der Zivilgesellschaft, der Kampf gegen Korruption und politische Beeinflussung, die drängende Aufarbeitung der kommunistischen Zeit sowie die Herausbildung eines konsistenten außen- und europapolitischen Profils. Künftige Regierungen werden sich diesen Herausforderungen nicht entziehen können. Zuvor aber müssen sie es schaffen, Politik und Gesellschaft zu einen und zu einem konstruktiven Umgang miteinander zu finden." (Autorenreferat)

"Twenty years ago the Communist regime in at that time Czechoslovakia collapsed. The enthusiasm which caused the 'Velvet Revolution' and the following dawn of democracy and capitalism is nowadays long extinct. The society in the Czech Republic in 2009 is highly discordant and cleaved. The political elites are estranged from the population, the social decision-makers and the protagonists of political parties are at odds with each other and therefore unable to reach durable consensus. This status quo became obvious again in March 2009, when the Topolánek's government fell. But the evolution of this status can be retraced within the last two decades. The end of communism in Czechoslovakia was mainly the result of negotiations between a small group of dissidents and representatives of the communist party. The daily demonstrating masses provided the adequate scenery, but actually the population had only little influence on the handover of power in the country. The dissident coalitions from November 1989 broke up quite soon, in the Czech part of the country as well as in the Slovak part. Out on top came circles of people who implemented pragmatically their own power aims. In both parts of the country an aggressive and polarizing political style was established. Its first victim was the unity of the state by the end of 1992. The following development of the Czech Republic was characterized by fragile governments, quarrels and scandals. Seeing these aspects as undemocratic proceedings, the Czech population continuously pulled back its support for the transformation process. Its interest in the new political system and in the chances offered by the civil society decreased considerably. This could neither be changed by a more or less constant positive economic performance of the country nor by its entry into the EU. The instable political circumstances and the gradual loss of social consensus nowadays turn out to be blockades which hamper urging modernizing processes. These are for example: activation of the civil society, fight against corruption and political manipulation, evaluation of the communist past as well as forming a consistent profile in the foreign and EU policy. Future governments will not be able to abdicate from these challenges. But before, they will have to find a way to unite politics and society and to establish a constructive manner of dealing with each other." (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter Czech Republic; revolution; Czechoslovakia; communism; democracy; capitalism; government; corruption; transformation; power; EU; development; social change; political change; economic change; democratization; change of government; political system; civil society
Klassifikation Staat, staatliche Organisationsformen; politische Willensbildung, politische Soziologie, politische Kultur
Methode deskriptive Studie
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2009
Erscheinungsort Berlin
Seitenangabe 24 S.
Schriftenreihe DGAP-Analyse, 8
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
Datenlieferant Dieser Metadatensatz wurde vom Sondersammelgebiet Sozialwissenschaften (USB Köln) erstellt.
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