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Soziales Risikomanagement durch Übergangsarbeitsmärkte

Social risk management through transitional markets
[Arbeitspapier]

Schmid, Günther

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-118276

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH
Abstract "Zunehmend ist von Risikomanagement die Rede. Für die Befürworter ist der Begriff ein Hilfsmittel, um Managementtechniken aus der Betriebs- oder Finanzwirtschaft auch in die Sozial- und Arbeitsmarktpolitik zu übertragen, für die Kritiker ist der Begriff ein trojanisches Pferd, um neoliberale Prinzipien, vor allem Privatisierung und Deregulierung in diese Politikbereiche einzuschleusen. Dieser Essay betrachtet das in den öffentlichen Diskurs eingedrungene Wort 'Risikomanagement' dagegen als eine 'moralische Gelegenheit', die Balance von Eigenverantwortung und Solidarität auf dem Arbeitsmarkt neu zu bestimmen. Zunächst wird der Begriff Risikomanagement definiert, seine mögliche 'soziale' Ausrichtung bestimmt und auf die psychologische Bedeutung der 'Rahmung' von Risiken hingewiesen. Diese beeinflusst sowohl das individuelle Risikoverhalten als auch die Wahl der für die Problemlösung als geeignet erscheinenden Institutionen und zuständigen Akteure, also die Verantwortungsteilung zwischen Individuen, Familien oder anderen Gemeinschaften, Betrieben und Staat. Sowohl aus der verbreiteten Risikoaversion (Bevorzugung sicherer gegenüber unsicheren Gewinnen) als auch aus der Verlustaversion (Neigung zu riskantem Verhalten, um Verluste zu vermeiden oder zu kompensieren) lassen sich Prinzipien für das Design arbeitsmarktpolitischer Strategien ableiten, die das Konzept der Übergangsarbeitsmärkte stützen (1). Ob der Strukturwandel der Risiken tatsächlich auch zu einem Wandel der Verantwortungsteilung führt, hängt stark vom Wissen über die Ursachen, Eigenschaften und Folgen dieser Risiken ab. Die Risikoanalyse wird selbst zum zentralen Bestandteil des sozialen Risikomanagements. Darum wird in einem zweiten Schritt die angemessene Methodik handlungsrelevanter Risikoanalyse am Arbeitsmarkt diskutiert und am Beispiel der europäischen Beschäftigungsstrategie demonstriert (2). Die Verantwortungsteilung hängt aber auch von normativen Vorstellungen ab, wem welche Rechte zuzusprechen und welche Pflichten zuzumuten sind. Einen Zugang zu dieser Frage stellt die moderne Gerechtigkeitstheorie dar, aus der sich vier idealtypische Formen des sozialen Risikomanagements ableiten lassen (3). Was mit dem Wort-Wechsel von der Arbeitsmarktpolitik zum sozialen Risikomanagement gewonnen ist, wird abschließend am Beispiel des Managements von Bildungsrisiken durch Übergangsarbeitsmärkte gezeigt (4)." (Autorenreferat)

"Instead of social policy and labour market policy, the talk now is increasingly of risk management. For its proponents, this term helps to introduce management techniques from business or finance economics into social policy and labour market policy, for its critics, it is a Trojan horse serving to infuse neoliberal principles, especially privatization and deregulation into these policy areas. For this essay, however, the term 'risk management' that has infiltrated the public domain provides a 'moral opportunity' to look for a new balance between individual responsibility and solidarity on the labour market. The paper sets out to define the term 'risk management', to determine its 'social' orientation and to examine the psychological significance of the 'framing' of risks, which influences both individual risk behaviour and the choice of the institutions and actors considered best able to solve the problem, that is the division of responsibilities between individuals, families or other social agents, firms and the state. Risk aversion (preference of certain against uncertain gains) as well as loss aversion (inclination towards risk taking to avoid or compensate losses) leads to principles of employment strategies, which support the concept of transitional labour markets (1). Whether or not the structural change in risks actually leads to a change in the division of responsibilities depends to a large extent on knowledge of the causes, characteristics and consequences of these risks. For this reason, the method of risk analysis must itself be a central element in the management of social risk. Thus in the second stage of our analysis, the appropriate methodology for analysing labour market risks susceptible to action is discussed and demonstrated by way of example (2). However, the division of responsibility also depends on normative concepts of who is to be granted what rights and what obligations are to be expected. One starting point for discussion of this question is modern justice theory, from which four ideal-typical forms of social risk management can be derived (3). The conclusion demonstrates the gains that are made as a result of the change of terminology from labour market policy to social risk management by taking the management of education and training risks through transitional labour markets as an example (4)." (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter labor market policy; employment policy; EU; education; social policy; risk; management; self-responsibility; solidarity; responsibility; structural change; analysis; labor market; justice; theory; investment in education; woman; man; unemployment; transitional labor market
Klassifikation Arbeitsmarktforschung; Arbeitsmarktpolitik
Methode Theorieanwendung
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2004
Erscheinungsort Berlin
Seitenangabe 49 S.
Schriftenreihe Discussion Papers / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Forschungsschwerpunkt Arbeit, Sozialstruktur und Sozialstaat, Abteilung Arbeitsmarktpolitik und Beschäftigung, 2004-110
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
Datenlieferant Dieser Metadatensatz wurde vom Sondersammelgebiet Sozialwissenschaften (USB Köln) erstellt.
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