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HIV-Primärprävention in Osteuropa : ein Vergleich der HIV-Primärpräventionsstrategien von Estland, Polen und Ungarn

Primary HIV prevention in Eastern Europe : a comparison of primary HIV prevention strategies in Estonia, Poland and Hungary
[Arbeitspapier]

Nemeth, Zsofia

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-113522

Weitere Angaben:
Körperschaftlicher Herausgeber Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH
Abstract "Hintergrund: Seit Mitte der 90er Jahre steigt die HIV-Prävalenz in Osteuropa dramatisch an. Die Region ist nicht einheitlich betroffen, aber überall ist ein hochgradiges Risikoverhalten zu beobachten, auf welches die Regierungen reagieren müssen. Zielsetzung: In der Arbeit werden die nationalen Primärpräventionsstrategien und die Tätigkeiten der NGOs in drei exemplarisch ausgewählten osteuropäischen Ländern untersucht. Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Primärprävention werden analysiert und Konsequenzen für die Region aus dem Drei-Ländervergleich gezogen. Methoden: Experteninterviews (n=13) mit Vertretern von Regierung und NGOs wurden in den ausgewählten Ländern durchgeführt. Primärliteratur (z.B. Regierungsdokumente, Berichte von NGOs) wurde zusätzlich zur Sekundärliteratur analysiert. Ergebnisse: Die HIV-Prävention in Estland befindet sich in einer besonderen Lage infolge der Ende der 90er Jahre explosionsartig ausgebrochenen Epidemie, wofür die wichtigsten Gründe die mangelnden Schadensminderungsprogramme und das ausgeprägte Risikoverhalten der russischen Minderheit waren. Dank des Global Funds und der Kooperation der unter politischem Druck stehenden Regierung entstand ein sorgfältig ausgearbeitetes nationales Programm. In Polen gibt es auch ein relativ gut strukturiertes Programm, das in Kooperation mit erfahrenen NGOs für i.-v. Drogenbenutzer und mit dem Nationalen Institut für HIV/ Aids durchgeführt wird. Die Umsetzung des Programms leidet jedoch an der mangelnden Kooperation der Ministerien und am fehlenden Engagement der Regierung. Dies wird noch durch die Tabuisierung von Sexualthemen und die Diskriminierung von Homosexuellen in der Gesellschaft erschwert. In Ungarn gibt es zwar ein Regierungsprogramm, aber in der Tat mangelt es an finanziellen Mitteln für seine Durchführung und die Regierung gibt den NGOs kaum finanzielle Ressourcen. Informelle Netzwerke zur Selbsthilfe der Schwulen, der Prostituierten und der i.-v. Drogenbenutzer bilden die Grundlage der HIV-Prävention. Schlussfolgerung: Osteuropäische Regierungen, die sich meist auf die offiziell niedrige Prävalenz berufen, sollten mehr Aufmerksamkeit für das Thema zeigen. Die Tabuisierung und die moralisierenden Debatten über das HIV-Risikoverhalten im Bezug auf Kondombenutzung, Schadensminderung etc. sollten bekämpft werden." (Autorenreferat)

"Background: Since the mid-1990s the prevalence of HIV in Eastern Europe has been rising dramatically. Although the picture for the various countries in the region is not homogeneous, a high measure of risk behaviour demanding government action can be observed in all countries. Aims and objectives: Similarities and differences in national primary prevention strategies and NGO activities in three selected Eastern European countries (Estonia, Poland, and Hungary) are presented and analyzed with regard to the adequacy of the response. Methods: Expert interviews (n=13) were conducted with representatives of NGOs and governmental organizations in Estonia, Poland, and Hungary. In addition, the investigation draws on primary source documents (e. g. government documents, NGO reports) as well as on secondary literature. Results: The violent eruption of the epidemic in Estonia towards the end of the 1990s - mainly due to a lack of infection containment programmes and extensive risk behaviour among the Russian minority - has created a special situation for HIV prevention in that country. Thanks to the Global Fund and the cooperation of the government (in response to political pressure) a carefully elaborated national programme has emerged. The relatively well structured programme existing in Poland is jointly conducted by experienced NGOs for I.V. drug users and the National Institute for HIV/ AIDS. However, the implementation of the programme suffers from a lack of cooperation between the ministries concerned and a lack of government commitment. The taboo on sexual issues and the discrimination of homosexuals add to these difficulties. In Hungary a government programme exists, but financial means for implementation are lacking and NGOs receive little funding from the government. HIV prevention is based largely on informal networking for the promotion of self-help among gay men, prostitutes, and I.V. drug users. Conclusion: Eastern European governments often cite their low levels of HIV prevalence, however, more attention to the topic is warranted. There is an urgent need to fight taboos and moralising tendencies regarding HIV risk behaviour and related issues such as condom use, infection containment, etc." (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter AIDS; prophylaxis; health policy; Eastern Europe; Estonia; Poland; Hungary; international comparison; Europe; Baltic States; USSR successor state; post-socialist country
Klassifikation spezielle Ressortpolitik; Gesundheitspolitik
Methode empirisch; empirisch-qualitativ
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 2006
Erscheinungsort Berlin
Seitenangabe 112 S.
Schriftenreihe Discussion Papers / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Forschungsschwerpunkt Bildung, Arbeit und Lebenschancen, Forschungsgruppe Public Health, 2006-308
Lizenz Deposit Licence - Keine Weiterverbreitung, keine Bearbeitung
Datenlieferant Dieser Metadatensatz wurde vom Sondersammelgebiet Sozialwissenschaften (USB Köln) erstellt.
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