%T Krankheitsursachen Gene : neue Genetik und Public Health
%A Wolf, Nicola
%P 67
%V 02-202
%D 2002
%K Genetik; Public Health; Krankheit; Epidemiologie; Krebs; Prophylaxe; Vorsorgeuntersuchung
%= 2010-06-18T12:06:00Z
%~ USB Köln
%> http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-112305
%U http://skylla.wz-berlin.de/pdf/2002/p02-202.pdf
%X "Nach dem zweiten Weltkrieg war es um die medizinische Genetik nach den Erfahrungen mit der Verbindung zwischen Genetik und eugenischer Bewegung erst einmal still geworden. In der Folgezeit kam es zu enormen Fortschritten auf dem Gebiet der Molekularbiologie. Meilensteine waren die Entdeckung der Doppelhelixstruktur der DNA 1953 und die Entschlüsselung des genetischen Codes Ende der 60iger Jahre. Im Jahr 1973 gelang es zum ersten Mal, die Erbsubstanz von Labororganismen zu verändern und Ende der 70er Jahre war man dann auch in der Lage, mit der Erbsubstanz des Menschen zu experimentieren: Die 'Neue Genetik' entstand als Zweig der Biotechnologie. In den 70er Jahren expandierte die Molekularbiologie technisch, institutionell, kulturell und ökonomisch. Mit dem Beginn des Human Genome Projektes Mitte der 80er Jahre erhielt die genetische Forschung einen gewaltigen Zustrom an Geld und Energie. Ziel dieses größten Projektes in der Geschichte der Biowissenschaften ist, die Abfolge der ca. 3 Milliarden chemischen Buchstaben des Genoms zu dokumentieren und die Funktion der etwa 30.000 bis 40.000 menschlichen Gene aufzuklären. Auf der aktuellen biomedizinischen Forschungsagenda steht die Frage nach den genetischen Ursachen häufiger Krankheiten - u.a. Herzkrankheit, Krebs, Diabetes und psychische Krankheiten. Die Medien und Fachpublikationen sind voll von neuen Assoziationen zwischen Genen und dieser oder jener Krankheit sowie enthusiastischen Verkündigungen, wonach die molekulare Genetik die Gesundheitssicherung revolutionieren werde. Um zu einer realistischen Einschätzung zu gelangen und der gesundheitswissenschaftlichen Diskussion zur 'Neuen Genetik' sachkundig folgen zu können, muss man die Produkte der modernen Genomforschung zunächst einmal verstehen. Der vorliegende Text will dazu einen Beitrag leisten: Grundzüge, Grundgedanken und zentrale Befunde der Genomforschung und der genetisch-epidemiologischen Ursachenforschung werden mit Bezug auf Public Health präsentiert. Dabei werden Konzepte der 'maßgeschneiderten' Therapie und Prävention, also auf die genetische Konstitution eines Individuums zugeschnittene Interventionen (etwa lebenslange prophylaktische Medikation oder Regimes zur Änderung des Lebensstils) dargestellt und ihre schon heute absehbaren Begrenzungen - begründet in der Komplexität des multifaktoriellen Krankheitsgeschehens - herausgearbeitet." (Autorenreferat)
%C Berlin, Deutschland
%G de
%9 Arbeitspapier
%W GESIS - http://www.gesis.org
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