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"Alles Lügen!" : multiethnische Forschung im Südwesten von Burkina Faso

"All lies!": multiethnic research in the southwest region of Burkina Faso
[Zeitschriftenartikel]

Oberhofer, Michaela

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-107545

Weitere Angaben:
Abstract 'Ausgangspunkt des Artikels ist die spezifische Forschungssituation im Südwesten von Burkina Faso, die ethnisch und sprachlich äußerst heterogen (Jaana, Phuo und Lobi) ist. Dieser Artikel zeigt auf, welche methodischen und empirischen Implikationen ein multiethnischer Forschungsansatz mit sich bringt. Die Forschungspraxis in multiethnischen Feldern ist durch einen latenten 'Ethnic Bias' geprägt, der z.B. durch die Wahl des Wohnortes entsteht. Einer Herangehensweise, die nicht nur die Perspektive einer ethnischen Gruppe berücksichtigen will, sind also tendenziell methodische Grenzen gesetzt. Den Erkenntnisgewinn eines multiethnischen Ansatzes versuche ich anhand von empirischen Ergebnissen aus meiner Forschung aufzuzeigen. Durch den Vergleich von Fremd- und Selbstwahrnehmung der Phuo wird deutlich, wie verschieden, komplementär, aber auch konträr die emischen Perspektiven und Versionen über das Zusammenleben sind, je nachdem, wessen Blickwinkel eingenommen wird. Anhand von drei Beispielen - den rituellen Arrangements im Bodenrecht, dem Initiationskult Dyoro und einem Kulturverein - werden die Strategien deutlich, mit denen die Phuo sich ihre eigene Identität bewusst machen und von anderen abgrenzen. Eine neue Qualität der Aushandlungs- und Grenzziehungsprozesse stellt die Verschriftlichung angeblich historisch und sozial feststehender Zustände dar, für die Staat, Ethnologin und Kulturverein gleichermaßen genutzt werden.' (Autorenreferat)

'This paper focuses on the specific research situation in the ethnically and linguistically highly heterogeneous southwest of Burkina Faso. It points out the methodical and empirical implications and limits of multiethnic research. Field work in a multiethnic village is marked by a latent ethnic bias arising for example from the choice of residence and language made by the ethnographer. The author argues that an approach that takes into consideration the perspective of the different ethnic groups can counterbalance those problems. Furthermore, the adoption of a multiethnic approach has advantages in dealing with questions of collective identity. The comparison of self and foreign perceptions of the Phuo - one of the ethnic groups in the southwest of Burkina Faso - reveals the complementary and contrary views about identity and coexistence. Three examples - ritual aspects of land rights, the Dyoro initiation cult and the association as a modern cultural and political resource - show the strategies of selected Phuo for reinforcing their collective identity and boundaries. A new quality in this process of negotiation and boundary drawing is the fixing of formally variable historical events and social conditions in written form, in which the ethnographer becomes equally engaged.' (author's abstract)
Thesaurusschlagwörter developing country; Africa; Africa South of the Sahara; French-speaking Africa; West Africa; rural population; land law; Burkina Faso; ethnic relations; ritual; identity; initiation; traditional culture; ethnicity
Klassifikation Ethnologie, Kulturanthropologie, Ethnosoziologie
Methode empirisch; empirisch-qualitativ
Publikationsjahr 2004
Seitenangabe S. 405-426
Zeitschriftentitel Afrika Spectrum, 39 (2004) 3
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet (peer reviewed)
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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