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Moralische Sozialisation durch den "heimlichen Lehrplan" des Betriebs

[Zeitschriftenartikel]

Lempert, Wolfgang

Zitationshinweis

Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgenden Persistent Identifier (PID):http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-10113

Weitere Angaben:
Abstract Die Entwicklung der moralischen Urteilsfähigkeit wird wesentlich durch soziale Umweltfaktoren bestimmt. Sie resultiert nicht nur aus sozialen Aktionen in Elternhaus und Schule sowie in Gruppen von Gleichaltrigen, sondern auch aus Bedingungen betrieblicher Arbeit und beruflicher Karrieren. Dabei spielen Ausleseprozesse eine wichtige Rolle. Das ist der Ausgangspunkt dieses Beitrags. Nach der Formulierung der wesentlichen theoretischen Annahmen zur moralischen Sozialisation wird auf der Grundlage empirischer Befunde erörtert, wie durch die Ausleseprozesse nicht nur Chancen sozialen Lernens unterschiedlich verteilt, sondern die zugrunde liegenden Maßstäbe auch schon vorher von Berufsanwärtern und Berufstätigen stark beachtet und vielfach verinnerlicht werden. Da die Selektion für verschiedene Stufen und Laufbahnen kapitalistischer Privatbetriebe zum Teil nach moralisch fragwürdigen Kriterien erfolgt, gelangt der Verfasser zu der Schlußfolgerung, daß die Ausbildung höherer Formen des moralischen Bewußtseins, besonders postkonventioneller Orientierungen (im Sinne des Stufenmodells von Kohlberg), in diesen Betrieben eher behindert als stimuliert wird. Abschließend werden zukünftige Forschungsaufgaben skizziert.

The development of moral judgment structures substantially depends on influences of the social evironment: not only on social interactions in the family, in school and in peer groups bur also on the impact of occuptional conditions. A major determining variable is the continuous selection process accompanying the whole occuptional career. By assigning different individuals to different positions, this process not only results un unequal opportunities of sociale learning, but its anticipation also causes external conformity to, and internalization of, its guiding criteria. In capitalist enterprises these criteria favor preconventional and conventional moral orientations, and they discriminate against postconventional structures of moral judgment (in terms of Kohlberg's model). Therefore, moral development in occuptional contexts is most promoted on its lower levels and hampered to achieve its highest stage. In this article the theoretical assumptions underlying this contention are explicated, some empirical evidence is presented and discussed, and tasks for further research are outlined.
Thesaurusschlagwörter socialization; firm; enterprise; morality; capitalism; social norm; value-orientation; concept; selection; moral judgement; occupation; syllabus
Klassifikation Industrie- und Betriebssoziologie, Arbeitssoziologie, industrielle Beziehungen; Sozialpsychologie; Berufsforschung, Berufssoziologie
Methode deskriptive Studie; empirisch
Sprache Dokument Deutsch
Publikationsjahr 1981
Seitenangabe S. 723-738
Zeitschriftentitel Zeitschrift für Pädagogik, 27 (1981) 5
Status Veröffentlichungsversion; begutachtet
Lizenz Creative Commons - Namensnennung, Nicht kommerz., Keine Bearbeitung
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